Samstag, 26. Oktober 2013

Von Woodstock nach Obs

Ein weiteres wunderschönes Wochenende ist da.
Es ist schon extrem, wie schnell die Zeit verfliegt. Irgendwie kommt es mir so vor, als hätten wir hier zweimal die Woche Wochenende.
Jedenfalls haben wir gestern schon einen sehr schönen Abend in einer Bar an der Waterfront gehabt und sind danach noch auf die Long Street gefahren, wo wir Caren und ihre Freunde getroffen haben. Wir saßen auf einer Dachterrasse und haben viele Leute aus den unterschiedlichsten Ländern kennen gelernt.
Heute morgen (mittag) sind wir wieder in der Old Biscuit Mill in Woodstock gewesen und haben leeeecker gefrühstückt. Nach einer belgischen Waffel mit Eis, einem Smoothie und einem Kürbiskuchen haben wir uns die Band Manouche angeschaut, die dort aufgetreten ist und richtig gut war. Wir haben uns sogar 2 CDs von ihnen gekauft.
 Dann ging es auf zum Hippie Festival, auch genannt Open Streets Festival, auf der Lower Main Road.
Wir sind die ganze Straße, die von Woodstock nach Obs führt, herunter gelaufen und den lustigsten Menschen begegnet. Die meisten waren Hipster oder Hippies, dazu liefen viele verkleidete Menschen herum, coole Kinder auf Skateboards, 2,20 m große Männner in Hasenkostümen, Jugendliche die kostenlose Umarmungen verteilten, Samba Tänzer, Trommler, Akrobaten, eine Frau auf Stelzen, die Herzen verteilt hat, und Demonstranten, die Marihuana legalisieren wollen.
Es gab eine Schaumrutsche für Kinder, ein Twister Stand, ein Smoothie-Selbstmach-Stand, viele Musiker und gute-Laune-Macher. Wir schlenderten die Straße entlang und genossen den 'Vibe', die lockere Stimmung und das perfekte Wetter.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Die andere Seite der schönen Stadt

Heute hat einer der Bridging Students erzählt, dass einer seiner Freunde ermordet wurde. Er selbst wurde schon oft überfallen und hat Narben von Messerstichen. In Margies Ballettklasse kam ein Junge zu spät, weil er überfallen wurde. Vor ein paar Wochen ist das Zuhause eines anderen Jungen abgebrannt.
Die Liste kann vermutlich noch sehr lange weiter geführt werden.
Was man zuhause nur aus den Medien kennt, ist hier auf einmal sehr real und nah. Das schlimme ist, was zuhause ganz groß in den Medien wäre, ist hier fast Alltag.
Alle Schüler, denen das Gesagte zugestoßen ist, kamen direkt danach zur Tanzschule, als ob nichts gewesen ist. Ich bewundere sie für ihre Stärke. Vermutlich haben sie auch gelernt, schnell zu vergessen.
Ich muss schon schlucken und bin schockiert, wenn ich von diesen schlimmen Dingen erzählt bekomme, aber ich versuche, sie nicht zu sehr an mich heranzulassen.
Trotzdem hat es etwas in mir verändert. Ich schätze es jetzt noch viel mehr, dass ich in einem behüteten Umfeld aufgewachsen bin, ein sicheres Leben habe und ein festes Dach über dem Kopf.
In dem Haus in Obs zu leben kommt mir immer mehr wie richtiger Luxus vor, je öfter ich ins Township fahre.
Hope und Lorraine, die im Township Gugulethu leben, haben Lucas und mir schon viel von ihrem Leben berichtet.
Ich liebe es, wenn sie von ihrer Gemeinschaft, ihren lustigen Feiern und ihren Ritualen erzählen und uns auch deutlich machen, dass das Leben im Township zwar ein einfaches, aber auch ein sehr herzliches und fröhliches ist.
Hier lässt sich wirklich kaum etwas vereinfacht darstellen. Zu sagen, dass man im Township ein schlechteres Leben als zum Beispiel in Camps Bay hat, wäre viel zu kurz gedacht. Zu sagen, dass schwarze in den Townships und weiße in den Villen wohnen, stimmt auch nicht. Und auch mit den Sprachen kann man sich nie so sicher sein.
Es scheint also kompliziert.
Andererseits haben die Kapstädter so eine easy-going Mentalität, mit der jedes Problem gelöst werden kann, beziehungsweise es gar nicht erst als Problem angesehen wird.
Wenn nichts hilft, geht man einfach weg. Die Aussage fand ich erst lustig, aber nachdem einer der Mitarbeiter bei DFA einfach aus dem Raum gegangen ist, nachdem er um etwas gebeten worden ist, hat Margie mir ganz ernsthaft erklärt, dass diese Arbeitshaltung typisch südafrikanisch und ziemlich problematisch ist.

Ihr seht, hier ist alles nicht so einfach. Mal sehen, wann ich hier den Durchblick habe und auch die extremen Kontraste einigermaßen begreifen kann.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Heute machen wir blau

Wir haben uns entschieden, heute mal wieder einen Touri-Tag zu machen und die blaue Route vom Sightseeing-Bus zu nehmen.
Lucas hat auch ein Hop On Hop Off Ticket von Sage Net bekommen und Leonie und ich hatten Lust, die Tour noch einmal zu machen und dieses Mal den Abstecher zu den Weingütern zu fahren, wo wir eine Führung inklusive Weinprobe machen konnten.
Zuerst ging es durch Newlands und Kirstenbosch, wo es komischerweise viermal so viel regnet wie in anderen Teilen der Stadt, und deshalb der Botanische Garten dort angelegt wurde, der als der 7. schönste Garten der Welt gilt. Ein weiterer Punkt auf unserer Endlos-Liste an Dingen, die wir in dem Jahr noch sehen müssen.
Als wir dann im Weingebiet waren, hat uns ein anderer Bus bis nach Groot Constantia gebracht. Es war sehr interessant, die Geschichte des ältesten Weinguts Südafrikas erklärt zu bekommen und sich auch das Anwesen anzuschauen, auf dem wir uns gefühlt haben, als wären wir in Europa.
In Kapstadt gibt es schon viele Ecken, die durch die Kolonisierung sehr europäisch geprägt sind, zum Beispiel die Architektur in der Innenstadt. Witzig ist es manchmal auch, wenn Coloureds Afrikaans sprechen und man sie versteht, weil es dem Holländischen und damit auch dem Deutschen sehr ähnlich ist.
Außerdem sieht man üüüberall Touristen - allen voran Deutsche.
Bei der Führung heute waren wir aber zufälligerweise  mal die einzigen.
Am Ende fand die Weinprobe statt. Es gab für jeden fünf verschiedene Weine und einen Snack dazu.
Wir haben die Farbe, den Geruch und Geschmack besprochen und ich fand es toll, die Unterschiede zwischen den Weinsorten richtig zu erkennen.
Und daaann: kam einfach ein Pavian an uns vorbei! Wir haben uns schon gefragt, warum überall Schilder standen "Beware of the Baboons"...
Baboons sind offensichtlich große Paviane und leben in den Bergen. Ab und zu kommen sie ins Tal.
Wir trauten unseren Augen nicht, denn einfach einen wilden Affen auf einem Weingut herumlaufen zu sehen hatte etwas ziemlich irreales. Für die Weingüter sind die Paviane leider ein Problem, weil sie die Ernte zerstören.
Der letzte Bus hat uns nach dem Ausflug über die ganze Küste zurück in die Stadt gefahren. Die Sonne begann schon, langsam unterzugehen. Wir konnten es nicht fassen, in was für einer wunderschönen Stadt wir leben!

Freitag, 18. Oktober 2013

Rihanna

Kurz bevor das große Rihanna Konzert stattfand, von dem hier alle geredet haben, bin ich zufällig noch zu einer günstigen Karte für den Golden Circle gekommen. Ziemlich spontan bin ich also mit Lucas und Leonie am Mittwoch mit gegangen.
Vorher haben wir noch Cocktails im Grand Café an der Waterfront getrunken, die dafür, dass es ein wunderschöner Beach Club ist, seeehr günstig waren.
So schön ging es weiter, als wir nämlich an der Schlange vorbei durch den Golden Circle Eingang ins Stadion herein gelassen wurden. Das Cape Town Stadium in Green Point ist wirklich riesig und extra für die WM neu renoviert worden.
Bis Rihanna auf die Bühne kam, hat es natürlich noch ein paar Stündchen gedauert. Wir konnten uns Plätze in der zweiten Reihe sichern und hatten erstmal zwei DJs auf der Bühne als Vorprogramm. Dass wir so weit vorne standen, hatte jedoch nicht nur Vorteile: Der Bass der Musik ließ den ganzen Körper erbeben und hat uns beinahe das Trommelfell zerplatzt, sodass wir uns Watte in die Ohren stopfen mussten.
Ich war etwas in Sorge um die Teenies, die vor uns standen und noch näher an den Boxen waren. Entweder hören sie schlecht oder fanden es uncool, ihre Ohren zu schützen...
Mit nur einer Stunde Verspätung erschien dann "RiRi". Ohne große Show fing sie an zu singen, und alle sind ausgerastet.
Leider wurden wir etwas zerquetscht, da plötzlich alle nach vorne gedrängelt haben. Wir haben versucht, uns durch nichts die Laune verderben zu lassen, und hatten einfach nur Spaß dabei, die Lieder mitzusingen und zu tanzen, so gut es ging.
Es war schon krass, einen Megastar wie Rihanna so nah zu sehen, einfach aus dem Grund, dass sie durch die Medien so abstrakt erscheint und man fast gar nicht glauben kann, dass dahinter ein ganz normaler Mensch steckt (okay, ein Mensch mit einer unglaublichen Ausstrahlung, der sehr gut singen und tanzen kann).
Irgendwann haben wir leider den dröhnenden Bass direkt an unseren Ohren nicht mehr ausgehalten. Irgendetwas war da definitiv falsch eingestellt, denn es tat wirklich weh nach einer Weile. Die eigentliche Musik konnte man auch fast nicht mehr hören. Also mussten wir schweren Herzens unsere guten Plätze aufgeben und weiter nach hinten gehen, wo wir dann aber alles richtig genießen konnten.
Wir hatten SO viel Spaß und als Rihanna am Ende die zwei besten Lieder als Zugaben gesungen hat, ist jeder zufrieden nach Hause gegangen.

South African Time

Gerade eben war ein Meeting fuer 12 Uhr angesetzt. Lucas und ich sassen um 5 vor 12 im Raum und warteten, als uns gesagt wurde, dass es wohl noch ein bisschen dauert.
Wir warten immer noch.
Lucas war etwas verwirrt. Margie hat uns erklaert, dass es einfach anders laeuft in Suedafrika.
Also, just now heißt irgendwann. Das ist überhaupt nicht definiert. Now heißt gleich. Now Now heißt jetzt ungefähr. Und Now Now Now heißt dann tatsächlich jetzt.
Eigentlich ist es total deutsch, das alles zu übersetzen und zu analysieren, wie ich es gerade tue. Die meisten Südafrikaner würden das einfach nicht so genau nehmen.
Was für uns das Normalste der Welt ist, nämlich Zeiten festzulegen und sich zu beeilen, um pünktlich zu sein, ist hier eher die Ausnahme.
Hier geht es nach Prioritäten, die man selbst festlegt. Wenn etwas dazwischen kommt, dann war das eben wichtiger. Man braucht so auch keine Ausreden, wenn man zu spät ist.
Wer mich kennt, weiß, dass die South African Time ganz gut zu mir passt ;) Ich mag das relaxte Leben hier sehr. Es ist auch gesünder.
Hier gibt es garantiert weniger Burn-Outs.
Also, alle gestressten Menschen, auf nach Südafrika!

Dienstag, 15. Oktober 2013

Einmal rumgekommen

Inzwischen habe ich das Gefühl, mich ganz gut in Kapstadt auszukennen. Heute waren wir, wie gestern und vorgestern, schon wieder Flyer in der Stadt verteilen und sind dabei von der Innnenstadt aus an den Hafen und dann bis an die Strände gelaufen. So langsam wissen sämtliche Luxushotels und Restaurants von unserem Night of Stars Event. Wir haben uns heute praktisch nur in den reichen Gegenden aufgehalten, die wirklich wunderschön und sehr westlich sind und dabei einen krassen Kontrast zum Rest von Kapstadt bilden. Obwohl ich den Kontrast schon öfters angesprochen habe, wurde mir heute bewusst, wie leicht man das andere, arme, für Südafrika normalere Leben vergessen kann, wenn man sich für längere Zeit in diesen hübschen Vierteln aufhält.
Es war aber ganz nett, sich die ganzen 5-Sterne-Hotels mal anzuschauen und auf Terrassen mit unglaublichen Ausblicken zu kommen.
 eine blumige, frühlingshafte Waterfront

 Das Grand Beach Cafe!

 Der Ausblick vom Privatsteg des Radisson Blu an der Waterfront

 Die Sea Point Promenade. Wir sind bestimmt 4 Kilometer am Meer entlang gelaufen.

Green Point
(Der Devils Peak sah heute aus wie ein Vulkan)

Sonntag, 13. Oktober 2013

Highlights

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nichts Neues oder Erzählenswertes passiert.
Am Mittwoch zum Beispiel waren Leonie und ich auf der Long Street shoppen und haben einen tollen Laden entdeckt mit dem Label "Non-European". Ich habe mir dort ein sehr schönes Top zum Geburtstag gekauft.
Irgendwie ist es komisch, weiter Sommersachen zu kaufen. Aber mein Sommer ist ja jetzt fast ein Jahr lang! :)
Häuser auf der Long Street
Dann haben wir ein äthiopisches Restaurant ausprobiert und dort sehr günstig afrikanische Wraps gegessen.
Am Donnerstag hatten wir auf der Arbeit eine kleine Konferenz mit dem Thema Lucas und ich. Wir haben unsere langfristigen Büro-Aufgaben erklärt bekommen, die vor allem darin bestehen, Beziehungen mit Stiftungen und Tanzkompanien herzustellen und die Finanzierung von DfA zu sichern.
Zuerst sollen wir aber so oft es geht ins Township fahren, um sozusagen den Grund der Existenz von DfA kennen zu lernen. Neben Khayelitsha kenne ich jetzt auch Nyanga, ein anderes großes Township, wohin wir nach der Arbeit gefahren sind. Die Kinder dort sind genau so süß und auch sehr talentiert. Mich hat es wirklich beeindruckt, eine African Dance Class zu sehen. African Dance liegt ihnen einfach im Blut, ich wäre daran glaube ich gescheitert...
Abends haben wir uns, da wir unsere Gemüsekiste wieder bekommen haben, Kartoffelecken mit Möhren, Rosmarin und Öl angebraten und sie mit selbstgemachtem Zaziki gegessen. Langsam werden wir zu Sterneköchen! Am Freitag haben wir eine Reispfanne mit Kohl, Spinat, Möhren, Champignons, Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Curry, Chakalaka, Feta, Avocado und Frühlingszwiebeln gemacht. Hier ist alles ausser Gemuese und Obst ungefaehr genau so teuer wie in Deutschland, weshalb wir uns hier ziemlich gesund ernaehren. Obwohl wir manchmal einfach alles zusammen werfen, schmeckt es super.
Nach dem guten Essen haben wir dann alles für meine Party vorbereitet. Unser Mitbewohner Arti hat uns geholfen und den DJ gespielt, er hat sogar extra eine Playlist für meinen Geburtstag gemacht und seine großen Boxen in der Küche aufgestellt. Leider hat es geregnet, so dass wir nicht alles nach draußen legen konnten. Es gab Milk Tart, Bananenkuchen und Knoblauchbrot und natürlich Cider.
Arti hat auch noch einige Leute eingeladen, so dass es zusammen mit den Freiwilligen sehr voll wurde und ich viele neue Gesichter kennen gelernt habe. Es ging später zum Feiern noch auf die Long Street.
Als wir wieder kamen, war überraschenderweise alles schon aufgeräumt! Das müssen wohl die Heinzelmännchen gewesen sein...
Alles in allem hatte ich wirklich einen tollen Geburtstag :)
Nachdem wir am Samstag laange geschlafen haben, holten wir uns mit unseren 2 Mitbewohnerinnen Sushi. Das ist hier einfach so günstig, dass man es sich öfters gönnen kann.
Abends war dann eine Houseparty bei uns um die Ecke, die wirklich lustig geworden ist, obwohl wir zuerst gar keine Lust darauf hatten. Es macht einfach Spaß, immer wieder neue Leute kennen zu lernen.
Heute, an einem schönen Sonnen-Sonntag, fuhren Leonie, Lucas und ich an die Waterfront, um in Hotels Flyer für das Night of Stars Event auszulegen. Ab und zu muss man eben auch mal am Wochenende arbeiten. Morgen werden wir noch mehr Flyer in Camps Bay und Sea Point verteilen.
Zwischendurch haben wir uns aber Smoothies und Bananenchips gekauft, waren in der Mall und sind ein bisschen an der Waterfront entlang spaziert. Es ist einfach so schön dort.

Dienstag, 8. Oktober 2013

20!

Das hört sich ja soo alt an! Sieht aus, als wäre ich jetzt wirklich erwachsen. Muss man sich eigentlich so alt fühlen, wie man ist? Wahrscheinlich tun das die Wenigsten.
Jedenfalls hatte ich heute einen schönen Geburtstag!
Um Mitternacht kamen die anderen zum Singen und Gratulieren und haben Sekt mitgebracht. Da hab ich mich sehr gefreut. Heute morgen ging es dann weiter mit einem tollen Frühstück, das Leonie gemacht hat, und einer großen Torte.
Auf der Arbeit haben die Bridging Students für mich gesungen und mir wurde gratuliert, weil Lucas es natürlich rumerzählt hat, dass ich Geburtstag habe.
Zwischendurch war ich ein bisschen traurig, dass ich meine Familie nicht bei mir habe und all die lieben Menschen aus Deutschland. Hier kennen mich ja erst ein paar Leute...
Aber nach der Arbeit war ich dann noch mit Leonie und Lucas, die ja quasi meine Ersatzfamilie darstellen, chinesisch essen. Abends kamen Viola, Elena, Jacob und Stefan vorbei und wir haben es tatsächlich geschafft, diese ganze Torte bis auf ein kleines Stück aufzuessen.
Jetzt bin ich 20. Das muss ich mir immer wieder sagen. Ganz schön gewöhnungsbedürftig, dass ich jetzt schon im 3. Jahrzehnt meines Lebens angekommen bin.

Sonntag, 6. Oktober 2013

31 Baxter Camps Bay Sailors

Das war unser schönes fünftes Wochenende.
Nachdem wir am Freitag sehr lecker gekocht haben, fuhren wir auf die Long Street und gingen erst einmal in die Abantu Bar. Dort wurden wir von einem Freund von Lucas abgeholt, dessen Chauffeur uns zum Club 31 gefahren hat. Das ist der 'schick-micki' Club im 31. Stock des Absa-Gebäudes, von dem aus man wirklich einen tollen Blick auf Kapstadt bei Nacht hat. Wir kamen uns vor wie in einer anderen Welt. Der Kontrast zwischen unserer Arbeit im Township und diesem protzigen Club war schon sehr krass. Wir haben es "drastisch kontrastisch" genannt;)
Das nächste Highlight war das Baxter Dance Festival am Samstag Nachmittag, für das wir Freikarten bekommen haben, weil die Bridging Students von Dance for All (mit denen ich immer Unterricht habe) dort aufgetreten sind. Die Vorstellung bestand aus verschiedenen Gruppen und Stücken, mal Ballett, Modern, Contemporary, dann Flamenco, Musical Dance, Jazz, Lindy Hop/Swing und so weiter.
Alles in allem war die Show und auch die Musik sehr sehr gut, es hat richtig Spaß gemacht, zuzugucken. Bruno's Choreographie "Slavery", die die Bridging Students performt haben, war natürlich noch besser als sehr gut :)
Heute haben Leonie, Lucas und ich dann die Sonne am Strand von Camps Bay genossen. Natürlich erst nach unserem Sonntagsfrühstück (Oatmeal und Croissants).
Es ist einfach zu schön dort!
Wir haben uns mit dem angeblich besten Eis der Stadt dann an den Strand gegangen und sind einmal die Promenade entlang flaniert. Hier ist es auch 'drastisch kontrastisch': Camps Bay gilt als die Reichengegend Kapstadts. Gleichzeitig haben wir arme Kinder gesehen, die mit Tänzen und Gesang die Touristen bespaßen, um ein wenig Geld zu verdienen.
Es war komisch, das alles zu sehen, weil wir uns überhaupt nicht wie Touristen fühlen, aber natürlich genauso aussehen und behandelt werden wie die Europäer und Amerikaner, die hier in Kapstadt Luxusurlaub machen.
 Artisten an der Promenade
Abends haben wir im Sailors Bistro auf der Lower Main gegesen, um unseren Genießer-Sonntag abzurunden. Wir haben uns aber vorgenommen, wieder mehr zu kochen und nicht mehr soo viel zu schlemmen ;)

Donnerstag, 3. Oktober 2013

1 Monat

Die Zeit verfliegt, jetzt bin ich offiziell einen Monat und einen Tag in Kapstadt!
Ich muss sagen, dass ich mich schon wirklich eingelebt habe und mich zuhause fühle, auch wenn ich immer noch nicht realisiert habe, wo ich bin und dass ich so lange hier bleibe. Das habe ich aufgegeben, weil es mich natürlich auch traurig macht, daran zu denken, so viele Menschen ein Jahr lang nicht zu sehen.
Deutschland an sich vermisse ich nicht mehr. Klar, es ist hier weniger luxuriös, aber ich bin schon total an die südafrikanischen Lebensverhältnisse gewöhnt. Mich stört wirklich nicht mehr jede Kleinigkeit, und bisher sind wir immer gut klar gekommen.
Diese Woche hat wieder der normale Alltag bei Dance for All begonnen. Am Montag hatte ich zwar kein Training, weil die Bridging Students frei hatten, aber ich kann ja jetzt an meinem 'Projekt' arbeiten, deutsche Stiftungen als Sponsoren für Dance for All zu gewinnen. Ich habe für jede der 16 Stiftungen ein Proposal verfasst, in dem ich Dance for All je nach den Zielen oder Grundsätzen der Stiftung in etwas unterschiedlichem Licht darstelle. Das ganze habe ich mit Bridgette koordiniert, die für Marketing und PR zuständig ist. Im Moment schicke ich deshalb ganz viele E-Mails durch die Welt und hoffe, dass sich dadurch ein neuer Sponsor finden lässt.
mein Büro-Arbeitsplatz
Außerdem wasche ich diese Woche die ganzen Kostüme, die in der Stepping Out Tour benutzt wurden. Das ist ein ganz schöner Berg, Tanya und ich sind bisher immer noch nicht fertig.
Nach der Arbeit haben wir es uns mal wieder gut gehen lassen.
Am Montag sind wir auf der Lower Main Road mit Viola und Elena essen gegangen in einem wunderschönen Café, in dem montags Pasta Special ist. Dadurch, dass das Wetter auf einmal super sommerlich geworden ist und wir mittlerweile mit kurzer Hose und T-Shirt nach draußen können, konnten wir uns sogar in den Innenhof setzen und Iced Smoothies und Eis bestellen.
Mittwoch Morgen ist dann Lucas (Willi) wohlbehalten angekommen!
Ich habe ihm das Haus und ein bisschen Obs zeigen können, bevor ich zur Arbeit gefahren bin.
Abends sind wir dann in Pancho's essen gegangen und waren wieder bei der Live Musik im Desperados auf der Lower Main Road. Wir mussten schließlich darauf anstoßen, dass wir nun zu dritt wohnen, und Lucas direkt die coolsten Ecken von Kapstadt zeigen.
Heute haben wir daran angeknüpft, in dem wir von Dance for All aus in die Stadt gefahren sind und an die Waterfront.
Lucas erster Tag bei DfA hat ihm gut gefallen. Zuerst hat er bei der Ballettklasse zugeschaut, die heute mal wieder besonders anstrengend war, und dann hat er schon eine erste PR Aufgabe zugeteilt bekommen.
Eben haben wir uns noch zu fünft im Obz Café getroffen (Pizza Special), so dass er langsam einen Überblick über unser schönes Leben hier bekommt :)