Montag, 30. September 2013

Devil's Peak

Die Teufelsspitze! Da wollten wir hoch.
Das Wetter stimmte, es war Sonntag, wir hatten den ganzen Tag Zeit und wollten endlich einmal auf den Berg, den wir von unseren Zimmern aus jeden Tag sehen können.
auf dem Weg zur Arbeit
Devil's Peak ist neben dem Lion's Head und dem Signalhill ein "Nebenberg" des Tafelbergs und Teil des Nationalparks, also Naturschutzgebiet. Obwohl die Berge mitten in der Stadt liegen, darf man nicht auf/an ihnen bauen, so dass Kapstadt diese einmalige Kulisse bewahrt.
Viola, Stefan, Jakob, Elena, Leonie und ich fuhren mit dem Minitaxi nach Rondebosch und gingen weiter zu Fuß zum Rhodes Memorial, wo der Aufstieg beginnen sollte. Cecil Rhodes, einstiger Premierminister der Kapkolonie, ließ sich hier sein eigenes Denkmal errichten. Schon an diesem Punkt hat man eine tolle Aussicht.
 auf dem Weg zum Memorial
Viola, Leonie, Elena, Stefan, Jakob, Tina

 über Kapstadt thronen
 Rhodes Memorial

Es geht los! Wir wollen nach da oben!

Noch befanden wir uns in der Zivilisation..
Als wir dann unsere Wanderung starteten, wurde es aber immer einsamer auf unserem Pfad nach oben. Ab und zu kamen ein paar Leute herunter, aber niemand nahm unseren Weg hoch, der ziemlich steil und anstrengend war. Wir haben uns nichts weiter dabei gedacht und genossen erst einmal das atembeaubende Panorama und unser Mittagessen an unserem ersten Ziel, einem Steinhäuschen.
Nach der Pause fanden wir dann einen Pfad, der noch weiter hoch auf den Berg führte. Auch wenn wir schon bestimmt 500 Höhenmeter hinter uns hatten, packte uns der Ehrgeiz und wir kletterten weiter Richtung Spitze.
Klettern ist hier tatsächlich der richtige Ausdruck, denn nach einer Weile endete der Weg und wir mussten an Felswänden hochklettern - immer in der Hoffnung, dass wir irgendwann wieder auf einen erkennbaren Pfad kommen würden. Nach ein paar halsbrecherischen Aktionen gelangten wir zu einer Hütte, von der aus wir beinahe ganz Kapstadt sehen konnten. Die Schönheit der Natur hat uns da oben fast die Sprache verschlagen.
Wir waren nun auf einer Art Ebene, wo wir kurz pausieren konnten und diskutierten, ob es besser wäre, umzukehren, oder weiter in Richtung Unbekanntes zu wandern...
Da die Kletterei den Berg runter aber zu gefährlich gewesen wäre, mussten wir weiter gehen und beeilten uns nun ein bisschen, um nicht im Dunklen wieder nach Hause zu kommen.
Die Wanderung von diesem Punkt aus, auf ca. 1000 m Höhe, wurde ein wenig leichter. Zum Glück, denn Leonie, die gerade noch krank gewesen war, hatte fast keine Kraft mehr. Wir haben schon überlegt, wie man einen Helikopter zur Rettung ruft, als es schließlich bergab ging und wir das Gefühl hatten, auf dem richtigen Pfad gelandet zu sein.
Die ganze Zeit über konnten wir es kaum fassen, wie wunderschön Kapstadt ist und dass wir wirklich hier sind. Wir konnten unsere Wasserflaschen mit frischem Bergwasser auffüllen, als wir an einem kleinen Wasserfall vorbei kamen, und sahen wild wachsende Blumen, die zuhause im Blumengeschäft ein Vermögen kosten würden.
Der Weg wurde immer leichter zu gehen und wir folgten dem Pfad für ungefähr 2 Stunden, gefühlt 5, bis wir zwei Amerikanerinnen trafen, die uns das letzte Stück herunter führten und eine Abkürzung nach Mowbray kannten.
Wir waren ganz schön stolz, als wir den Berg von unten betrachteten, auf dem wir eben noch standen.
Sichtlich kaputt kamen wir zuhause an und kochten uns erst einmal ein großes Abendessen, bevor wir ins Bett gingen.
Bis auf ein paar Blasen, umgeknickte Füße und Sonnenbrand ist uns tatsächlich nichts passiert und ich hatte das Gefühl, den schönsten Tag bisher in Südafrika erlebt zu haben.

Samstag, 28. September 2013

Frei!

Nach den 2 Aufführungen hatte ich dann Donnerstag und Freitag frei und somit ein laaanges Wochenende.
Das nutzte ich erst einmal, um auszuschlafen, Wäsche zu waschen und einzukaufen. Eigentlich fällt hier im Haushalt immer irgendetwas an, weshalb ich froh über mehr Zeit zuhause war.
Am Donnerstag Nachmittag war dann unser erstes Sage Net Treffen. Diese Treffen finden immer monatlich statt; wir erzählen dann, wie es uns auf der Arbeit und in der Wohnung so geht und besprechen alles weitere. Und essen ganz viel Kuchen!
Das erste Treffen hat im Sage Net Büro stattgefunden, aber die nächsten Treffen werden auf der Arbeit abgehalten, so dass man mal einen Einblick in all die anderen Projekte bekommt.
Alle sind hier im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrer Arbeit und ihrer Wohnsituation, große Krisen gab es bisher zum Glück noch nicht.
Blöd ist nur, dass Leonie gerade sehr krank ist. Sie hat sich eine Mittelohrentzündung eingefangen und nimmt Antibiotikum. Am Freitag bin ich mit ihr zum Arzt gefahren, wo sie noch einmal untersucht wurde und noch mehr Medikamente verschrieben bekommen hat. Wir waren in einem privaten Krankenhaus, das aussah wie ein Hotel und sogar noch über europäischem Standard lag, soweit ich das beurteilen kann. Der HNO-Arzt hatte eine wunderschöne Praxis. Er ist mit einer Kamera in Leonies Ohr gegangen und man konnte die Entzündung auf einem großen Bildschirm anschauen, was irgendwie ziemlich interessant war. Leider hatte das Ganze auch seinen Preis: 900 Rand (65 Euro) nur für die Arztstunde! Zum Glück bekommen wir das Geld von unserer Versicherung wieder, aber man muss im Voraus selbst bezahlen können.
Am Nachmittag habe ich mich dann mit Caren getroffen, eine Freundin vom Ballett, die für 9 Monate in Kapstadt wohnt und hier, nachdem sie ihr Cambridge Zertifikat gemacht hat, auch Freiwilligenarbeit machen wird. Wir sind in Mimi's auf der Lower Main gegangen und hatten waahnsinnig gute Milchshakes. Es war wirklich schön, sich mit jemandem von meinem normalen Leben zuhause hier zu treffen und über alles zu quatschen. Caren wohnt mit einer französischen Gastschwester in einer muslimischen Gastfamilie in Bo-Kaap. Wir werden uns definitiv bald mal wieder treffen, um uns gegenseitig das zu zeigen, was wir bisher so von Kapstadt kennen.
Freitag Abend war dann mal wieder Braai und House Party, diesmal in der Arnold Street, wo Timo, Julian, Laura und Ricarda wohnen. Es wurde dann ziemlich voll, wir haben all die Leute von den letzten Parties wieder gesehen und ich habe mich super mit einigen unterhalten.
In einer großen Gruppe sind wir dann später noch auf die Long Street gefahren und waren feiern, leider in einem Club, den wir schon kennen. Insgesamt hatten wir aber viel Spaß an dem Abend.
Jetzt ist Samstag, und ich fühle mich, als hätte ich Ferien. Mein Leben ist hier gerade recht entspannt. Vielleicht gehen wir später Sushi essen :)

Donnerstag, 26. September 2013

Joseph Stone Theatre

Diese Woche läuft etwas anders ab als sonst. Erst einmal sind viele Schüler auf der Stepping Out Tour, weshalb kein Training und kein normaler Bürobetrieb ist. Am Dienstag und Mittwoch war dann die Aufführung vom Specialised Ballet Programme der 13-14-jährigen.
Sie haben die Gelegenheit bekommen, zusammen mit dem Johannesburg Ballett, einer kolumbianischen Kompanie und vielen anderen professionellen Kompanien auf der Bühne zu stehen. Das Joseph Stone Theater hat nämlich Jubiläum gefeiert und dazu diese internationale Aufführung organisiert, bei der klassisches Ballett, aber auch viel moderner Tanz und sogar Flamenco gezeigt wurde.
Mein Job diese Woche bestand eigentlich nur darin, die Kinder bei den Proben und den Aufführungen zu betreuen. Am Montag war ich vormittags bei den Proben in Athlone dabei, am Dienstag waren wir dann den ganzen Tag im Theater. Obwohl eigentlich Feiertag war (Heritage Day), musste ich 12 Stunden (von halb 10 bis halb 10) arbeiten.
Ich lernte direkt den Direktor des Johannesburg Balletts kennen und viele andere 'wichtige' Ballettmenschen. Wirklich toll fand ich es, als ich bei der Durchlaufprobe zugucken konnte und auch die Tänzer kennen lernen konnte. Unsere Kiddies haben ihre Sache sehr gut gemacht, ich glaube, sie haben sich ganz besonders angestrengt in dem professionellen Umfeld.
Am Nachmittag ging es dann in die Maske, die Kostüme wurden verteilt und perfekte Ballerina-Dutts wurden gemacht. Ich habe gefühlt 100 Kinder geschminkt und frisiert. Es ist etwas ganz anderes, aus Afro-Haaren einen Dutt zu machen, man braucht ungefähr eine halbe Dose Gel pro Kind!
Nach dem Aufwärmen brachte ich meine Gruppe backstage, wo es ganz schön anstrengend war, weil ich die ganze Bande ruhig halten musste.
Schließlich kam aber der Moment, in dem sie auf die Bühne durften, und sie tanzten wirklich wunderschön! Ich war ziemlich mit aufgeregt und auch stolz, als sie viel Applaus bekamen.
Wir konnten uns nach dem Tanz zu den Zuschauern setzen und den Rest der Show ansehen. Mir hat die gesamte Aufführung so gut gefallen! Das Stück am Ende hat sich nur ein bisschen gezogen, und war seehr modern.
Am Mittwoch musste ich erst am Nachmittag ins Theater und konnte vorher noch mit Leonie kochen. Die Kinder kamen leider eine Stunde zu spät, weil der Busfahrer irgendwie eine falsche Route gefahren ist, und dann ging alles sehr schnell. Aufwärmen, fertig machen, auf die Bühne schicken.
Diesmal kamen Viola, Elena, Jakob und Julia zur Show und ich konnte mit ihnen zusammen zugucken. Alle waren begeistert und wir hatten einen sehr schönen Abend.

Aufwärmen

Montag, 23. September 2013

Muizenberg

An einem strahlenden Montag Mittag bin ich dann endlich mal nach Muizenberg gekommen, ein Surferparadies und Endlosstrand des Indischen Ozeans.
Eigentlich hatte ich geplant, die Surfstunde mitzumachen, die die anderen für 1 Uhr gebucht hatten, aber ich musste bis Mittag arbeiten und war dann leider zu spät da. Ich bin zwar direkt von Athlone aus mit dem Zug gekommen, musste aber umsteigen und lange warten...
Aber surfen lernen läuft mir nicht weg. Ich werde es definitiv bald mal versuchen.
Trotzdem habe ich ein paar schöne Stündchen am Strand verbracht und das erste Mal in meinem Leben den Indischen Ozean berührt :)






Das Wasser ist hier wärmer als an der Atlantikküste, weshalb es angenehm ist, ins Wasser zu gehen.
Leider lockt das wärmere Wasser auch ca. 100 Haie im Jahr an die Küste. Zum Glück gibt es Shark-Watcher, die eine rote Flagge hissen, sobald sie einen Hai entdecken.
Die Strände von Camps Bay, Clifton etc. liegen am Atlantik und sind umspült von Antarktis-Wasser, weshalb es dort mehr Robben und Wale gibt, die man oft beobachten kann.

Nachdem die anderen sich umgezogen hatten, haben wir noch leckere Falafel gegessen und sind dann mit dem Zug zurück nach Observatory gefahren. Dieser Zug fährt durch, dauert ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde und kostet umgerechnet weniger als 1 Euro. Also, nach Muizenberg werden wir auf jeden Fall öfters fahren!

Sonntag, 22. September 2013

Mzoli's Place

Gestern Abend waren wir auf zwei House Parties in Obs, bei denen wir alle wieder gesehen haben, die wir bisher so getroffen haben, und dazu noch viele neue Leute kennengelernt haben.
 Modelfreundin, Lusanda, Lungie
                                                    zu viele
Glory, Leonie, Jakob, Tina
Tina, Ricarda, Leonie, Viola

Heute mittag hatten wir dann die Chance, mit ein paar dieser netten Menschen ins Township Gugulethu zu fahren. Dort gibt es jeden Sonntag eine große Braai-Party in Mzoli's Place.
Wir hatten praktischerweise zwei Autos zur Verfügung und waren sehr schnell dort. Wenn man dort ankommt, glaubt man gar nicht, dass man in einem Township ist. Die Straße ist eine einzige Party, überall sind Menschen, und zwar jeder Hautfarbe, und von überall her kommt Musik. Wir stellten uns in die Schlange bei Mzoli's Place, wo man sich Fleischplatten bestellen kann und sie frisch grillen lassen kann. Weil das Wetter so unglaublich gut war, war es diesen Sonntag sogar noch voller als sonst und es dauerte ungefähr 3 Stunden, bis wir essen konnten. Die Beilagen und Getränke muss man sich aber selber mitbringen und so hatten wir wenigstens ein bisschen Proviant bei uns.
Hinter dem Grill ist das riesige Zelt, in dem die Leute tanzen, feiern und essen. Es lief African Hip Hop und House Music mit Funk gemischt, der DJ war wirklich gut und wir hatten eine Menge Spaß!
Gegessen wurde mit den Fingern und getrunken wurde auch nicht wenig, viele liefen schon um die Nachmittagszeit betrunken herum. Das hat mich ein bisschen an Karneval erinnert, nur dass die Menschen nicht verkleidet waren und es ziemlich heiß war..


Jakob und Lusanda
Leonie, Tina, Jakob

auf dem Nachhauseweg

Company Gardens

Dieses Wochenende hatten wir dann Glück, die Sonne strahlte! Und wir hatten Zeit, in die Stadt zu fahren und uns die Company Gardens anzuschauen, ein Park mitten in der Innenstadt.

Das Parlamentsgebäude

Taubenattacke
im Gardens Tea Room