Hier sind wir zum ältesten Weingut Südafrikas gefahren: Groot Constantia
Nach einer Runde Faulenzen im Cafe, wo meine Eltern wie die Teenies an ihren Smartphones und iPad saßen wegen dem guten Wifi, ging es los mit unserem Spaziergang.
Weil Mama das Bedürfnis hatte, zu wandern, sind wir einmal quer über das Gelände des Weinguts gelaufen. Vorbei an den alten Gutshäusern, in denen das Groot Constantia Musem ist, vorbei an Cafes, Weinproben, Weinkellern, Weinfeldern und Weinverkäufen. Es ist wirklich wunderschön dort, man hat einen Blick über die Stadt, und fühlt sich, als wäre man mitten auf dem Land. Dabei ist man eigentlich mitten in der Stadt - Constantia ist sehr zentral, aber komplett grün und wie ein Wald. Durch die besondere Lage inmitten von Bergen fällt dort besonders viel Regen.
Mutti und Tochter
Der historische Badepool; so hat man sich vor 100 Jahren erfrischt..
auf dem Groot Constantia Rundweg
das Wetter spielte mal wieder verrückt
Hier sah man richtig, wie es langsam herbstlich wird in Kapstadt. Die Laubbäume verfärben sich alle gold und rot. Das Lustige ist, dass oft daneben die Palmen stehen.
Nach Constantia sind wir zur Waterfront gefahren, wo wir in der Mall ein bisschen shoppen waren (endlich habe ich einen neuen, warmen Mantel!) und dann in Tasha's gegessen haben. Ich musste meinen Eltern ja mein Lieblingsrestaurant zum Salatessen zeigen.
Am nächsten Tag hatten wir eigentlich Paragliding vor. Leider leider wurde das abgesagt wegen dem schlechten Wetter. Verständlich...
Wir wollten uns trotzdem bewegen und haben den Morgen genutzt, um am Tafelberg ein bisschen zu wandern. Hatte ich schon erwähnt, dass meine Eltern wandern sehr mögen? ;)
Jedenfalls, hochfahren oder hochlaufen ging leider nicht bei dem Wetter. Die Gondel lief ins Leere - sie war zwar geöffnet, aber oben hatte man dann "Zero Visibility" und eine Temperatur von 11 Grad. Wir nahmen uns vor, am nächsten Tag bei besserem Wetter hoch zu fahren.
Auf halber Höhe des Tafelbergs verläuft ein schöner Wanderweg von insgesamt 5 Kilometern, den wir dann mal in Angriff genommen haben. Es hat Spaß gemacht, bei den frischen Temperaturen zu laufen, vor allem, weil ich Mamas gemütliche wie-auf-Wolken-Schuhe bekommen habe!
Ausblick genießen 'a la Ballerina' ;)
Kapstadt ist einfach immer schön, ob bei Sonnenschein oder Nebel...
Proteas
Wir haben es geschafft - am Ende klärte sogar der Himmel auf.
Zu Mittag fuhren wir ins Bo-Kaap zum Cafe haas. Das hatte ich den beiden schon mal gezeigt, weil das Cafe gleichzeitig Kunst verkauft und eingerichtet ist wie ein Wohnzimmer.
Leider hatte Papa dann starke Kopfschmerzen und ist zurück nach Muizenberg gefahren. Für Mama und mich hieß es dann Minitaxi fahren! ;)
Ich wollte ihr nämlich mal Dance for All zeigen und sie mit zu einer Klasse in einem der Townships nehmen.
Hier sitze ich in meiner Ecke, an meinem täglichen Arbeitsplatz im Fundraising Büro! :)
Mit Uncle Danny und Lorraine fuhren Mama und ich dann nach Nyanga. Dort hat Lorraine zwei Klassen hintereinander gegeben.
Meine Mutti war begeistert von dem Unterricht und von den Kindern, und fand es bewundernswert welche eine Ausstrahlung, Power und Selbstbewusstsein die Kinder besitzen. Darüber hinaus sind sie wirklich diszipliniert und machen mit, weil sie es wirklich wollen - anders als in Deutschland, wo die meisten Kinder von ihren Eltern bei Tanzschulen angemeldet werden.
Lorraines Unterricht ist eine Mischung aus Ballett, Modern Dance und African Dance und macht wirklich Spaß, ob man mitmacht oder einfach nur zuschaut :)
Wie immer sind gaanz viele neugierige Kinder aus der Umgebung da - diejenigen, die nicht mehr in den Raum passen, gucken eben von draußen aus zu ;)
Nyanga
Muizenberg Station
Um meiner Mutter dann 'die volle Dröhnung' der öffentlichen Verkehrsmittel zu geben, sind wir mit dem Zug von Athlone nach Muizenberg zurück gefahren. Ging super schnell, und ich habe ihr gezeigt, dass man öffentliche Verkehrsmittel ohne Weiteres nutzen kann, und es alles gar nicht so unangenehm/gefährlich ist, wie einem oftmals gesagt wird.
Ich glaube, meine Eltern haben insgesamt wirklich einen guten Eindruck von meinem Leben hier bekommen, und ein, so gut es geht, realistisches Bild von Südafrika.
Ich habe ja vorher, beim Zwischenseminar wurde der Gedanke angestoßen, darüber nachgedacht, wie ich ihnen die südafrikanische Kultur näher bringe. Durch Erzählen? Dann haette ich viele Vereinfachungen verwenden müssen, um Dinge verständlich zu machen.
Klar, habe ich ihnen auch Dingeäund erklärt, aber ich habe mich dafür entschieden, ihnen hauptsächlich einfach verschiedene Gegenden von Kapstadt zu zeigen, einerseits die touristischen Highlights, andererseits mein alltägliches Leben, so dass sie ihre eigenen Eindrücke und Erfahrungen haben. Und sie waren begeistert. Von dem Land, von dem Charme hier, von der Schönheit der Natur und der lockeren, freundlichen Atmosphäre, die einem hier meistens begegnet. Und sie haben entschieden, dass sie definitiv nochmal nach Südafrika kommen wollen.
Es hat mich schon stolz gemacht und es hat total Spaß gemacht, ihnen sozusagen meine neue, wunderschöne Heimat zu zeigen :)
We love Muizenberg
Am letzten Tag wurden wir dann von der Sonne geweckt, und haben ein letztes Mal den schönen Strand genossen. Komischerweise rollte dann eine Nebelfront an, die den Strand schnell erreichte und plötzlich alles eingenebelt hat. Für uns war das dann das Zeichen, zu fahren.
Wie am Vortag geplant, fuhren wir noch einmal hoch zum Tafelberg, um mit der Gondel hochzufahren. Leeeeider haben sich das sehr viele Leute gedacht, und es war so voll, dass wir es von der Zeit her nicht mehr geschafft hätten - auf Stress am Flughafen hatte keiner Lust.
Also haben wir nur die Aussicht von dort genossen und sind dann in Obs im Cocoa Cha Chi essen gegangen. Ein sehr schöner Abschluss wie ich finde, ich mag den Innenhof da ja sehr gerne.
Dann kam leider schon der traurige Abschied. Wir hatten eine soo schöne Zeit zusammen.