Montag, 25. November 2013

Viel Spaß und ein bisschen Ernst

Crew Bar mit Leonie

Drag Queen Show in 'Beefcakes'
Aziz, Lucas Freund

Open Air Kino
An der Waterfront wurde eine große Grasfläche auf dem Dach eines Parkhauses ausgerollt. Dort wird jeden Donnerstag ein Film gezeigt, sobald es dunkel ist. Wir wollten uns Breakfast at Tiffany's anschauen, weil wir den Klassiker tatsächlich alle noch nicht gesehen haben (ok bis auf Lucas - ist sein Lieblingsfilm). Alle haben sich Decken und riesige Picknickkörbe und Kissen und Jacken mitgenommen.
Wir waren leider ein bisschen unvorbereitet, so dass es etwas ungemütlich war...aber die Idee an sich war sehr schön;)

Dance for All Mitarbeiter!!
Am Freitag war ein Fotograf bei DFA, der die Mitarbeiter fotografiert hat. Ich muss sagen, dass ich diese ganzen Menschen schon seehr lieb gewonnen habe und sie ganz sicher vermissen werde, wenn ich wieder zurück bin.

Simon's Town - The Boulders Beach
Am Samstag sind Lucas, Leonie  und ich mit dem Zug nach Simon's Town gefahren, um uns dort die Pinguine anzuschauen. Allein schon die Fahrt war wunderschön! Der Zug ist direkt am Meer entlang gefahren, so dass es aussah, als würden wir über dem Wasser fahren. Die Strände in der False Bay (Bucht südlich von Kapstadt) sind traumhaft. Weißer Sand, angenehme Wassertemperaturen, und so gut wie keine Menschenseele am Strand. Leider ist die Hai -Dichte in der False Bay die höchste in der ganzen Welt, weshalb es etwas gefährlich ist, dort schwimmen zu gehen.
In Simon's Town angekommen haben wir ein Minitaxi bis Boulders Beach genommen, wo die ganzen Pinguine herumwatscheln. Leider wird dort Eintritt genommen, um zum Strand zu gelangen, und es ist schon 15 Rand teurer geworden als noch vor zwei Wochen. Wir haben dann einfach nur ein paar Fotos vom Strand gemacht, und die Pinguine glücklicherweise auch ohne zu bezahlen gesehen :)
Auf dem Weg zurück nach Hause sind wir in Kalk Bay ausgestiegen, wo man gut Fisch essen kann.
Wir sassen in einem Restaurant direkt am Meer mit tollem Ausblick und tollen Fish & Chips!

Robben Island
Am Sonntag war dann Geschichte angesagt. Wir haben uns Tickets für Robben Island gekauft, die berühmte Gefängnis Insel vor Kapstadt, in der Nelson Mandela für 18 Jahre eingesperrt war. Mittags gings los, mit einer 30-minütigen Überfahrt mit einem Katamaran. Die Insel an sich ist sehr schön; die Natur, der Blick auf Kapstadt und die ganzen Tiere lassen einen fast vergessen, dass hier schreckliche Dinge passiert sind. Sogar Straussen gibt es auf Robben Island, unglaublich viele Vögel und Robben, wie der Name schon sagt.
Vom Boot wurden die ganzen Touris in drei Busse verfrachtet, mit denen dann die Rundfahrt über die Insel gemacht wurde. Unser 'Guide' war sehr lustig und hat uns viele interessante Dinge erzählt. Heute wohnen ca. 250 Menschen auf Robben Island, die alle auch dort arbeiten - hauptsächlich für die Touristen. Es gibt Kirchen und Schulen dort und ein verlassenes Dorf, wo einmal  irische Einwanderer gewohnt haben.
Danach hat uns ein ehemaliger Häftling durch das Gefängnis geführt. Zu Apartheidzeiten war es das berüchtigste Gefängnis für politische Häftlinge. Viele Anti-Apartheidskämpfer wurden hier zusammen mit Schwerverbrechern eingesperrt. Sie mussten den ganzen Tag in einem Steinbruch arbeiten und abends auf dünnen Matten auf dem Boden schlafen. Das Leben dort wurde durch persönliche Gegenstände der Häftlinge in den Zellen anschaulich gemacht. Für eine Bürste, einen Tacker oder Bücher mussten die Insassen hart kämpfen. Besuch durften sie jedes halbe Jahr für 30 Minuten bekommen. Als Nelson Mandela inhaftiert war, schafften es die Gefangenen mit vielen Streiks, lesen und studieren zu dürfen. Mandelas Memoiren "Long Walk to Freedom" wurden auf Robben Island geschrieben und dort herausgeschmuggelt, indem ein Insasse die einzelnen Seiten auf die Rückseite von Fotos in einem Album geklebt hat. Diese ganzen Geschichten fand ich wirklich interessant. Ab und zu wurde mir bewusst, wie ähnlich die Apartheidsstrukturen den antisemitischen Ideen waren. Genau wie auf Robben Island die politischen Gegner des Regimes eingesperrt waren und schwarze Menschen von weißen strikt getrennt wurden, wurden zu Zeiten des zweiten Weltkriegs Juden weggesperrt und ausgeschlossen. Auch die Zellen sahen so ähnlich aus wie z.B. die im EL-DE Haus in Köln.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen