Ich kannte auch noch Scum, der bei DFA im Bridging Programme ist, und auch schon Ncebas Cousine, die auf der Long Street arbeitet.
Natürlich bin ich als weiße, und auch noch blonde, sehr aufgefallen. Khayelitsha ist das größte und ärmste Township Kapstadts, in dem es weit und breit absolut keine weißen gibt. Dementsprechend wurde ich angestarrt und angesprochen, aber das hat mir nichts ausgemacht, weil die Menschen dort eigentlich nur interessiert und sehr freundlich waren.
Gefühlt habe ich mich 100 Leuten vorstellen müssen und mir wurden Namen präsentiert, die ich leider eine Sekunde später wieder vergessen hatte. Wenn ich sie überhaupt verstanden habe...
Es war so spaßig in der Familie! Durch die ganzen Cousinen und Cousins und Neffen und Nichten wurde die kleine Hütte sehr voll und laut. Wir haben "Ostereier" (Marshmallows mit Schokolade drumherum) und natürlich Chips gegessen und dazu Cola getrunken, was hier sehr normal ist. Das sieht man leider an der Leibesfülle der Menschen....
Die coolen Kiddies!
Abends wurde für alle Essen gemacht, und die Kinder haben sich bettfertig gemacht. Sie haben alle zusammen in einem Raum auf dem Boden geschlafen.
Eine glückliche Familie!
Die Rasselbande...
Die Fotos haben sie selbst gemacht :D
Wir haben uns gegenseitig frisiert. Ich glaube insgesamt wurden mir 10mal die Haare gemacht, gebürstet und geflochten, bis ich am Ende nur noch Chaos auf dem Kopf hatte.
Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, einen Tag in Khayelitsha zu verbringen. Kapstadt besteht ja flächenmäßig hauptsächlich aus Townships - und es kam mir so wichtig vor, diese Seite einmal richtig kennen zu lernen. Die Menschen, die dort wohnen, stellen ja eigentlich eher den durchschnittlichen Kapstädter dar als die privilegierten Menschen, mit denen ich einen großen Teil meiner Zeit verbringe.
Für mich war es eine positive Erfahrung. Ich habe zwar arme Verhältnisse, jedoch lachende Menschen und sprudelndes Leben gesehen. Es ist bewundernswert und berührend, wie manche Menschen dort aus so wenig so viel machen und mit dem klar kommen, was sie haben.
Man kennt sich auf den Strassen, grüßt sich, feiert in riesigen Gemeinschaften und hält zusammen. Die Nachbarn kennen sich alle untereinander, was ich von Observatory nicht behaupten kann.
Natürlich habe ich auch traurige Dinge gesehen - Kleinkinder, die ohne Aufsicht quer durch und über die Straßen laufen, betrunkene und aggressive Menschen, Häuser, die beinahe zusammenfallen; und ich bin mir bewusst, dass es dort so einige Probleme gibt. Doch ich habe ein Gesamtbild erhalten.
Ich war froh, dass ich so viele verschiedene Eindrücke bekommen konnte und die Chance erhalten habe, eine wirklich andere Seite von Kapstadt besser kennen zu lernen.
Am Ostersonntag dann das Kontrastprogramm. Wir waren bei Gill, einer Freundin von Bridgette, zum Lunch eingeladen. Sie wohnt in der nördlichen Hälfte von Kapstadt, in Durbanville, was beinahe ländlich ist. Das Essen, das Gill vorbereitet hat, war einfach nur der Wahnsinn. Es hab Quiche, Curry, Kürbismus, Bananen Ingwer Quark, Garnelen, Salate, Fleisch......
Der Garten dort war wunderschön - umgeben von Farmen. Dort war praktisch nichts außer einer Schafherde nebenan.
Mein Liebling Christina, Bridgettes Tochter
Hier ist Bridgette mit ihren Töchtern und Gill mit drauf. Das Baby, das sie im Arm hat, ist das Kind einer Freundin von Bridgette, das gerade einmal eine Woche alt ist und unglaublich winzig und unglaublich süß ist. Ich hätte es den ganzen Tag rumtragen können.
Franzi und ich
mit Franzi (links), Lucas und Gill (rechts)



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