Montag, 21. Juli 2014

5 Wilde auf der Wild Coast

Port Shepstone


Montag Morgen: Lucas, Tina, Barbara und Leonie plus ne Menge Gepäck waren im Auto verstaut, nicht zu vergessen den Zitronenkuchen, das Navi war auf Port Shepstone eingestellt - Los gehts!
Alles war startklar für unseren zweiten großen Roadtrip durch Südafrika.
Unsere Fahrt führte uns durch endlose Weiten - zuerst aus Johannesburg raus durch die Provinz Gauteng, dann durch drei weitere Provinzen: Mpumalanga, Free State und Kwa Zulu Natal
kreative Phase in der Einöde..
Die Landschaft unterwegs war ein Traum!!
Wir hatten auch definitiv genug Zeit, um sie uns anzuschauen. 7 Stunden fuhren wir und kamen zur Dämmerung an der Küste an.
Meer in Sicht!
Erstes Backpacker: "The Spot". Wunderschön direkt am Meer gelegen mit eigenem Eingang zum Strand, kleinen Hütten, einer Feuerstelle und vielen Palmen drumherum. Im Haus gabs eine Bar und einen Fernsehraum, eine Küche mit allem drum und dran und nebenan ein Viererzimmer und ein Doppelzimmer für uns. Hier blieben wir 2 Nächte.
Nach unserer Ankunft hatten wir alle mächtigen Hunger und fuhren zu einem der einzigen Restaurants in dem kleinen Örtchen. Es war sehr gemütlich und das Essen war spitze - wir hatten Lust auf Fisch und uns wurde extra ein Salat mit frischem Thunfisch gemacht. Abends saßen wir mit den anderen Gästen draußen, spielten Rommé und gönnten uns Rotwein.
Ein super Anfang für ne super Woche :)
Am nächsten Tag war Abenteuer angesagt. Wir fuhren zu 'Oribi Gorge', einer riesigen Schlucht etwas weiter im Inland. Man konnte drüber laufen (auf der wackeligen Brücke hier), runter springen (Bungee jumpen) oder an einem Seil herüber fahren. Uns war die Brücke schon Adrenalin genug, leider war auch das Wetter nicht so optimal..

Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung, als die Sonne herauskam und genossen die Landschaft. Zwischendurch gerieten wir in eine Diskussion über Südafrika...was sind die größten Probleme im Land, woher kommen sie, was kann getan werden, usw...solche Dinge beschäftigen uns natürlich alle nachdem wir fast ein Jahr in Südafrika gelebt haben. Ich muss sagen, ich bin nach wie vor vorsichtig, mir eine Meinung zu bilden - auch nach 11 Monaten hat man ein Land nicht durchblickt, und meist laufen die Diskussionen ins Leere, so dass es mir manchmal sinnlos erscheint, sie immer wieder zu bereden.
Ich bin aber zur Einsicht gekommen, dass es trotzdem wichtig ist, über die Probleme nachzudenken und zu reden, denn sonst besteht die Gefahr, sie zu vergessen. Vielleicht durchblickt man dieses Land nie wirklich, egal wie lange man schon hier lebt, und wird nie wirklich etwas tun können, geschweige denn zu einer Lösung kommen, aber man kann wenigstens versuchen, in seinem Denken nicht einzurosten und so der Bildung von Vorurteilen vorbeugen.
Weite
Im Hintergrund sieht man eine Zuckerfabrik. Rund um Port Shepstone wird sehr viel Zuckerrohr abgebaut. Es war wirklich alles voll von Zuckerrohr Feldern, und wir haben viele Leute beim Vorbeifahren gesehen, die auf Zuckerrohr herumkauten - zuerst dachten wir, dass es normale Stöcke seien, und waren etwas verwundert. Es soll aber ziemlich gut schmecken...
Hier haben wir uns die Stelle der Fischer angeschaut - dort, wo der Fluss ins Meer mündet, sind besonders viele Sardinen (und Haie).
Unser treues Gefährt!
Nachmittags überlegten wir hin und her, was wir tun könnten - eine Riesenauswahl an touristischen Attraktionen gab es nicht.
Die Besitzerin unseres Hostels empfahl uns, doch mal nach Shelly Beach zu fahren.
Gesagt, getan, gefahrn, angekommen:
Der Strand war wirklich wunderschön und wir kamen gerade rechtzeitig zur Abendsonne.
In Shelly Beach überlegten wir uns dann ein deliziöses Abendessen, das wir selbst kochen würden. Wir dachten, da wir am Meer wohnen, muss es auch Essen aus dem Meer sein. Wir kauften uns einen ganzen frisch gefischten Fisch, Nudeln und Gemüse und machten uns ein Dinner, das das 'perfekte Dinnner' hätte gewinnen können.
Unser Zimmer
Abends war dann WM angesagt. Das legendäääre Spiel Deutschland - Brasilien. Es war einer der besten Abende! Wir waren zwar die einzigen Deutschen, aber es war auch cool, das Spiel zusammen mit Leuten aus der ganzen Welt zu sehen. Natürlich waren wir diejenigen, die am allermeisten ausgerastest sind. Wir haben uns ja kaum noch einkriegen können. 1,2,3,4,5,6,7.... Wir dachten, das wäre ein Witz des südafrikanischen Fernsehens, und mussten erstmal checken, dass das auch mit rechten Dingen zugeht.
Völlig erschöpft vom Freuen und Rumschreien fielen wir dann ins Bett.
Wir hatten nämlich einen Plan für den nächsten Morgen...

Wir schauten uns den Sonnenaufgang an! Das bedeutete, um 6:30 aufzustehen, aber es hat sich eindeutig gelohnt.
Wir genossen den sonnigen Morgen am Strand und packten dann unsere Sachen - weiter gings, die Wild Coast runter.

Freitag, 18. Juli 2014

Johannesburg und Soweto

So langsam wurde es Zeit - Urlaub zu nehmen, um noch einen anderen Teil Südafrikas kennen zu lernen!
Ich plante, mir eine Woche frei zu nehmen und so viel daraus zu machen wie möglich. Alles war recht kurzfristig, weil nicht klar war, ob ich mir tatsächlich frei nehmen konnte, aber die Route und Flüge waren schnell gebucht.
Am Samstag Morgen ging es also los nach Joburg! Nachdem Leonie, die drei Wochen Schulferien hat, schon am Donnerstag hoch geflogen ist und Lucas am Freitag, kam ich am Samstag nach. Endlich mal wieder fliegen :) Alles lief super, ich kam rechtzeitig mit dem Taxi am Flughafen an, gönnte mir ein leckeres Frühstück und hatte dann einen angenehmen 2-stündigen Flug mit South African Airways.
Stefanie (eine andere Freiwillige, die mit Christoph zusammen in Johannesburg lebt) holte mich mit unserem gemeinsamen Mietauto vom Flughafen ab und wir fuhren auf direktem Weg in die Stadt ins Hipster Viertel Braamfontein, wo es von stylishen Menschen nur so wimmelte, die in die vielen Vintage Läden, Bars und den Neighbourgood Market strömten. Dort warteten Leonie, Ben und Bennett auf uns. Ben und Bennett sind die 2 Freiwilligen, die in Soweto leben und arbeiten - einem 3-Millionen-Einwohner Township neben Johannesburg.
Ich holte mir erst einmal eine Kokosnuss auf dem Neighbourgood Market und genoss es, angekommen zu sein. Es war ein tolles Gefühl, endlich mal in Johannesburg zu sein und mir die größte Stadt Südafrikas anschauen zu können.
Nach ein wenig Vintage Shopping in Braamfontein fuhren wir weiter in die größte Mall der Stadt - Sandton City. Dort holten wir einen Gutschein für Lauren, eine Freundin von Steffi und Chris, bei deren Geburtstagsparty wir abends eingeladen waren.
Das Motto war "Dumbest ways to die" - Dümmste Wege, zu sterben. Sehr komisch fanden wir das. Wir dachten uns trotzdem etwas aus und verkleideten und als Drogensüchtige, Julia von Romeo & Julia, und Suizidgefährdete. Auf der Party fanden wir dann heraus, dass "Dumbest ways to die" eine Handy-App ist. Haha. Naja man sah uns unsere Verkleidungen sowieso nicht wirklich an und die Party schien sowieso eher eine kurze Angelegenheit zu werden - es gab erst Abendessen, zusammen mit Laurens Familie, und wir kamen uns leicht fehl am Platz vor... Wir machten das Beste daraus und gingen dann gegen 11. Vorher hatten wir uns noch das Spiel Argentinien - Holland in einer Bar auf der "7th" angeschaut - eine Strasse in Mellville bei uns um die Ecke, die vergleichbar mit der Lower Main in Obs ist.
Am nächsten Morgen in Mellville machten wir alle zusammen - Leonie, Steffi, Lucas, Christoph, Belinda, Ben und Bennett ein großes Frühstück und aßen im schönen Innenhof. Das Wetter in Johannesburg ist im Winter sehr viel sonniger als in Kapstadt, weshalb es tagsüber angenehm warm ist, aber nachts auch sehr kalt.
In der gemütlichen Wohnung von Steffi und Chris - klein aber fein! Beide haben eigene Zimmer, in der jeweils 2 Leute schlafen können, und nebenan ist auch noch ein Gäste Apartment, so dass wir alle locker Platz fanden.
Nachmittags fuhren Leonie, Chris, Ben, Bennett und ich nach Soweto. Ich wollte mal einen Eindruck vom Leben dort bekommen.
News
Hier fuhren wir an der Skyline Johannesburgs vorbei. Die Stadt wirkt wirklich gigantisch - viel 'städtischer' als Kapstadt, da hier all die großen Firmen ihren Sitz in Downtown haben. Anders als in Kapstadt gibt es also ne Menge Hochhäuser.
In Soweto angekommen, schauten wir uns zuerst das Haus von Nelson Mandela an. Dort wohnte er sehr lange, zuerst mit seiner ersten und dann mit seiner zweiten Frau und seinen Kindern. Das Haus ist heute ein Museum und ist voll von interessanten Erinnerungsstücken an Mandelas unglaubliches Leben. Leonie und ich schlossen uns einer Führung an.
Mandelas große Familie
Die Straße des Museums ist eine der einzigen touristischen Straßen in Soweto
Wir fuhren auch noch zum "Hector Pieterson Square" - der Platz, der Hector Pieterson gewidmet ist in Gedenken an seinen Anti-Apartheids-Kampf. Er wurde im Alter von nur 12 Jahren bei einer Demonstration erschossen.

Das Foto des sterbenden Hector sorgte weltweit für Aufsehen. Er wurde dadurch zur Symbolfigur des Aufstandes der schwarzen Bevölkerung gegen das Apartheidsregime.
Ein paar Selfies müssen sein! ;)
Die Orlando Towers: Früher einmal Fabrik, heute Vergnügungszentrum
Nach dem Kulturprogramm ging es weiter mit Sowetokultur.
Wir holten uns "Kotas" zum Abendessen - ein Viertel Toastbrot, ausgehöhlt und mit Pommes, Würstchen und Soßen gefüllt. Typisch, günstig, lecker und sehr satt machend.
Dann habe ich mal Ben und Bennets Wohnung kennen gelernt. Noch kleiner als Steffis und Chris Haus, aber super gemütlich:) Es ist echt interessant, zu sehen, wie die anderen Freiwilligen in Südafrika so leben.
Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein paar Hunters in einer Bar um die Ecke, die normalerweise proppevoll ist, hab ich mir sagen lassen.
Die Nacht verbrachten wir wieder in Johannesburg, da es am Montag mit unserem Trip los gehen sollte und wir früh aufstehen mussten.
Insgesamt habe ich so tolle Eindrücke erhalten und denke schon darüber nach, ob ich nicht im August noch mal eben hochfliegen und ein zweites Wochenende in Joburg/Soweto verbringen soll :)

Freitag, 4. Juli 2014

First Thursdays - Motion Project

Die ersten Sonntage im Monat sind in Kapstadt immer etwas Besonderes. Die Kunstgalerien und Designer- und Vintageläden haben bis 21 Uhr offen und es gibt überall besondere Ausstellungen, Musik, Wein oder Glühwein, Dinner, manchmal sogar Live Performances. Wir haben schon beim letzten Mal mitgemacht und sind abends von Galerie zu Galerie gezogen, was sehr viel Spaß gemacht hat. Dieses Mal, heute, sind Lucas und ich zu einer besonderen Ausstellung gegangen. Louise, eine Choreographin und Lehrerin bei Dance for All, hat heute mit ihrem Freund Oscar ihr gemeinsames "Motion Project" veröffentlicht.. Es ist ein ziemlich komplexes Projekt - im Vordergrund stehen Fotografien und Porträts von Tänzern. Außerdem haben die beiden einen Kurzfilm rund um eine Choreographie von Louise gedreht, der die Tänzer ihrer eigenen Company (Darkroom Contemporary) zeigt. Während der Expo wurde sogar ein Ausschnitt des neuesten Darkroom Contemporary Stücks live performt, von Anderson, der ja auch bei DFA arbeitet... 
Da mussten wir also unbedingt hin!
Insgesamt ging es darum, Tanz von ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aus zu betrachten, durch unterschiedliche Medien. Ich war begeistert von der Ausstellung, von der wir gerade eben erst wieder gekommen sind.
Hier könnt ihr ein paar Fotos des Projekts in der Youngblood Gallery sehen:
Philip Boyd wurde auch porträtiert!
Louise selbst
Youngblood Gallery
Die Video Vorführung