Donnerstag, 4. September 2014

Noch mehr Abschied

Am Donnerstag ging es dann weiter mit den Abschiedsfeiern. Abends trafen sich die neuen Freiwilligen, von denen mittlerweile 5 angekommen sind (die anderen haben Probleme mit dem Visum), mit uns alten Hasen zum traditionellen "Willkommens-Abschieds-Braai". Wegen des schlechten Wetters war Grillen aber leider unmöglich, deswegen gabs Pizza. Es war ein wirklich netter Abend, und auch wenn es ein bisschen komisches Gefühl ist, die Nachfolger-Generation kennen zu lernen, haben wir uns alle super verstanden und sind anschließend sogar noch ins Forex nebenan und dann in den Waiting Room, ein Club auf der Long Street, gegangen. Die Musik dort war der größte Spaß, irgendein Oldie Soul Funk Mix, ich kenne mich je eigentlich nicht aus, aber wir hatten einen Riesenspaß beim Tanzen.
Als wir in der Nacht wieder kamen, habe ich noch meine Abschiedsgeschenke für Dance for All zuende gebastelt. Ich hatte mit fast allen ein Foto gemacht, die dann ausgedruckt, dann Karten gebastelt, für jeden einen kleinen Brief geschrieben und die Fotos drauf geklebt. Dazu noch ein paar Blumen, die ich Freitagmorgen noch schnell gekauft habe. Es wurden letztendlich 20 kleine Geschenkchen...ich wollte allen etwas geben. Für Bridgette habe ich eine richtige Collage gemacht und für Philip gabs auch noch deutsche Schokolade. Es hat sich aber total gelohnt. Alle haben sich wirklich gefreut :) Besonders Cynthia und Sam zum Beispiel, die überhaupt nichts erwartet haben. Philip war sogar richtig gerührt. Mit ihm habe ich mich in letzter Zeit so gut verstanden und er hat mir so viele aufbauende Dinge gesagt und geschrieben.
Freitag war ein ganz schön emotionaler Tag - mein letzter Tag bei Dance for All, das Verteilen der Abschiedsgeschenke, das Verabschieden, dann der Nachhauseweg, bei dem ich plötzlich alles realisiert habe... Auf der Arbeit hatte ich zwar Tränen in den Augen, aber ich habe das alles überhaupt nicht wirklich "verstanden" und mich einfach so von allen verabschiedet. Wie an jedem Tag ging ich nachmittags wieder nach Hause, und plötzlich kam es über mich. Ich glaube, das ist an allem das Traurigste - dass ich Dance for All verlasse. Völlig fertig kam ich zuhause an und musste erstmal ins Bett. Leonie und ich haben uns aber noch einmal aufgerafft zum Sushi essen bei Active Sushi in der Stadt. Das muss ja in den letzten Tagen nochmal genossen werden ;)
Am Wochenende gings weiter - wir wollten nochmal alle schönen Dinge genießen und sind vormittags wieder zur Old Biscuit Mill in Woodstock gelaufen. Auf dem Neighbourgood Market gibt es einfach das beste Essen. Anschließend fuhren wir noch kurz in die Stadt, wo Leonie ein Koffer-Schnäppchen gemacht hat.
Die Sonne strahlte und strahlte als ob sie uns unsere letzten Tage noch einmal versüßen wollte.
Ich habe mich also schön gesonnt, bis es abends zu unserer Abschiedsparty in der Lynton Road ging. Wir Freiwilligen haben alle zusammen gefeiert und da im Haus von Viola, Elena und Julia immer die besten Houseparties stattfanden, fand auch unsere letzte dort statt. Es wurde ein super Abend mit viel Spaß, Amarula (ist schließlich  typisch südafrikanisch ;)) und vielen netten Menschen.
Am Sonntag war es dann auf einmal richtig heiß! Also auf an den Strand. Leonie und ich fuhren mit dem Zug nach Muizenberg, gönnten uns erstmal ein zweites Frühstück bei Knead und lagen dann den gaaanzen Tag auf dem Sand herum wie zwei gestrandete Wale. War ein Witz, ich meine wie zwei gestrandete Meerjungfrauenprinzessinen.
Abends gingen wir noch einmal auf der Lower Main in Obs essen. Wir fanden die neuen Freiwilligen in Mr Linn, und entschieden uns spontan, dort Thai Curry zu essen.
Ich finde die "Neuen" ja sehr nett und es deutlich weniger komisch, sie kennen zu lernen, als ich dachte;) Es sind bisher nur 5, also längst noch nicht alle da. Meine direkten Nachfolger bei Dance for All kommen aufgrund von Visa Schwierigkeiten erst am 20. Oktober an.
So, am Montag dann das gleiche - Strand, Sonne & Relaxen in Muizenberg, weils so schön war. Es ist wirklich traumhaft dort und ich finde, wir haben unsere letzten Tage einfach perfekt entspannt verbracht.
Packen!
geschafft..
Mit dem Packen habe ich mir nicht groß Stress gemacht, und es stellte sich heraus, dass ich das auch absolut nicht musste. 5 Kilo hatte ich UNTERgewicht, und so konnte Leonie ihr Übergewicht bei mir unter bringen.
Nach einem letzten Mal Sushi am Montag und einem schönen Brunch bei Mango & Ginger am Dienstag ging es in den Endspurt. Wir räumten unser Zimmer komplett aus, es wurde sauber gemacht und die neuen Freiwilligen sind sozusagen direkt eingezogen, nachdem wir draußen waren. Zack zack ging das.
Als ich mit allem fertig war, musste ich noch einmal das ganze Haus fotografieren.
Ich werde die 6 Milner Road sehr vermissen!
Der hintere Miniaturgarten
Der vordere Miniaturgarten
unser Zimmer..
Obs!
Auf dem Spaziergang zu Mango & Ginger hielt ich nochmal die vielen schönen Ecken von Observatory fest.
 unsere Milner Road
 Abschied von unserem lieben Mitbewohner Lutho
Leonie in unserem kleinen Paradies
Wir hatten noch ca. 1 Stunde Zeit, bevor wir uns von all unseren Mitbewohnern verabschieden mussten. Alles lief also ganz entspannt.
Schließlich, nachdem wir die traurigen Abschiede hinter uns hatten, verfrachteten wir unser gesamtes Hab & Gut bei Birgit im Auto und fuhren gegen 4 zum Flughafen.
Tschüss Obs. Tschüss 365 Tage 6 Milner Road. Tschüss Leben in Kapstadt.
In meinem Kopf war ein einziges Wirrwar. Ich war so traurig, dass wir fahren mussten, gleichzeitig komisch aufgedreht und plötzlich total emotionslos.

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