Donnerstag, 11. September 2014

Tatsächlich schon wieder da! Zurück in Deutschland!

Am Flughafen waren wir dann alle ganz heiter - es ist definitiv ein Vorteil, in solchen Momenten, in einer Gruppe zu reisen. Trauer kam bei mir dann erst mal gar nicht mehr auf.
Julian, Leonie, ich, Ricarda und Laura und unsere Mentorin Birgit!
Leider musste ich eine Menge für meinen zweiten Koffer bezahlen - das war so nicht geplant. Aber so bin ich zumindest all mein südafrikanisches Bargeld los geworden. Ab dann lief dann alles gut ... Naja, mehr oder weniger. Wir saßen alle verstreut im Flugzeug, da wir nicht zusammen eingecheckt hatten, so dass ich alleine und auch noch in der Mitte sitzen musste. Ich hoffe, ich habe die beiden fremden Menschen nicht all zu sehr mit meinem Geschniefe, Geniese und Gehuste gestört, das auf dem Flug dann doch schlimm geworden ist. Ich habe mich so richtig krank gefühlt und konnte dazu leider kein Auge zu machen.
Irgendwie irgendwann war die Zeit dann doch rum, London war in Sicht. Zum Glück hatten wir keine Wartezeit und konnten direkt zum Gate durchgehen. Komischerweise konnte ich dann auf dem Flug nach Düseldorf schlafen und bin dabei ein paar Mal aus Versehen auf den Asiaten neben mir gerutscht. Den hat das glaub ich nicht so gestört, er war in sein Buch vertieft, das für mich wie ein Zeichenblock ausgesehen hat.
Dann die Landung in Deutschland. Nach einem Jahr wirklich wieder auf deutschem Boden gelandet zu sein, war für mich ein sehr emotionaler, vor allem trauriger Moment. Mir schossen Tränen in die Augen, als ich die Endgültigkeit des Endes kurz realisiert habe.
Im Düsseldorfer Flughafen kriegten Leonie und ich uns kaum noch ein - da stand DEUTSCH auf den Schildern!! Da stehen EURO Preise an den Sachen!! Alle konnten uns verstehen!!
Wir haben tatsächlich "Guten Morgen" zu dem Herrn an der Passkontrolle gesagt und konnten es kaum über uns bringen, anstatt Thank you Danke zu sagen.
Alles ganz komisch.
Dann wurde es noch aufregender - unsere Koffer hatten wir schnell zusammen, nun sahen wir unsere Liebsten wieder!
Wow, was für ein Moment.
Ganz sicher der tränenreichste.
Vivi, Mama, Meike und Papa waren zum Flughafen gekommen und hatten in alter Tradition Plakat und Luftballons dabei :) Es hat sich schon sehr so angefühlt, wie nach Kanada wieder nach Hause zu kommen.
Ich habe mich so riesig riesig gefreut, meine Familie und beste Freundin wieder zu sehen!
Ich hatte wirklich eine wunderschöne Ankunft. Zuhause war ein Traum-Deutsches-Frühstück aufgebaut, das keine Wünsche offen ließ :)
Es war soooo ein komisches Gefühl, nach Hause zu kommen. Man sieht das Haus mit ganz anderen Augen und alles wirkte auf einmal niedriger (keine Ahnung, wieso). Gleichzeitig fremd und so vertraut.
Ich war zwar komplett fertig, völlig übermüdet und krank, aber dann kam die super Überraschung, die mich nochmal aus dem Bett holte! All meine liebsten Freundinnen waren gekommen!!
Das war wirklich das Tollste.
Obwohl sie alle ganz verstreut in Deutschland (und sogar Italien) studieren und wohnen, haben sie es geschafft, an meinem Ankunftstag alle zusammen da zu sein. Das war Wahnsinn!
Ein Nachmittag voller Kuchen, Sekt und viel zu wenig Zeit, um zu quatschen.
In den nächsten Tagen war ich dann ziemlich genervt davon, dass ich mich körperlich so schlecht fühlte und gar nicht viel machen konnte. Am Wochenende ging es mir aber soweit gut, dass ich meine Großeltern und meine Uroma besuchen konnte.
Meine liebe Omi!! Das ist meine Uroma, die in anderthalb Jahren stolze 100 Jahre alt ist.
Wir haben uns während meines Jahres Briefe hin und her geschrieben, über die ich mich immer riesig gefreut habe. Ich kenne keinen bewunderswerteren Menschen!
Omi ist noch so fit, dass sie auf ihrer Terrasse herumlaufen kann, sich mit mir über Südafrika unterhalten kann und mich dazu noch in Halma besiegt.
Dann habe ich am Sonntag auch den Rest meiner Familie wieder gesehen. Cousinen, Tantchen, Onkel, alle waren versammelt. So etwas gab es auch schon lange nicht mehr :) Wir haben gegrillt, das schöne Wetter genossen und hatten natürlich viel aufzuholen.
Nachmittags gings dann schon wieder los. Meine Eltern, Meike und ich fuhren zusammen zu meinem neuen Zuhause - Leipzig.
Nach etlichen WG-Besichtigungen über zwei Tage war meine neue Wohnung gefunden:
Alles war super schnell geregelt. Nun werde ich bald in der Südvorstadt Leipzigs wohnen.
Zum Glück hat das Viertel leichte Ähnlichkeiten mit Obs - viele junge Leute, ein alternatives Studentenviertel, eine Straße voller Bars und Restaurants um die Ecke. Da muss ich mich meinen Lebensstil ja kaum anpassen ;) Okay, das Lernen wird wohl dazu kommen.
Leipzig hat mir super gefallen! So eine schöne Stadt.
Ein Stück meines Kapstädter Lebens kommt ja mit mir nach Leipzig - Leonie :)
Wir haben sie und ihre Mutter getroffen und sind ein wenig zusammen durch Leipzig geschlendert.
Vor meiner modernen Uni!
In dem neuen Uni Hauptgebäude
Mein neuer Lebensabschnitt beginnt nun schon sehr bald. Im Moment bin ich ja noch in Köln, klappere Ärzte und Ämte ab und regele alles, bis ich am 1. Oktober umziehe.
Es ist einerseits so komisch, wieder zuhause zu sein, und andererseits überhaupt nicht, da sich wenig verändert hat und es sich fast so anfühlt, als wäre ich nie weg gewesen.
Ich werde wohl noch ein wenig mehr reflektieren und nachdenken müssen, und versuchen, langsam alles zu verdauen und zu verstehen. Ein Abschlussbericht ist auch noch fällig.
Mal sehen, was meine Reflektionen ergeben werden :)

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