Freitag, 20. September 2013

Obs

Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, freue ich mich immer schon auf die entspannten Abende hier.
Am Dienstag hatte Jakob Geburtstag und hat deshalb alle zu sich zum Grillen, hier genannt Braai, eingeladen. Wir haben sehr lecker gegessen (Stefan hat wirklich tolle Salate&Spieße gemacht), und auch die Mitbewohner und die Nachbarin von Jakob und Stefan kennengelernt. Alles sehr nette Menschen, einer hat uns sogar seine riesige Musikanlage zur Verfügung gestellt.
Mittwochabend sind wir dann auf die Lower Mainroad zu einem philosophischen Vortrag in einem Büchercafé gegangen. Es ging um Foucalt und Anarchie. Was einen zuerst neugierig gemacht hat, war irgendwann ein wenig langweilig, und wir zogen weiter in die Bar gegenüber, in der Live Musik gespielt wurde. Da wurden wir dann ganz speziell begrüßt.. Der Gitarrist auf der Bühne hat nach Leuten gesucht, über die er spontan ein Lied dichten kann, und da wir in genau dem Moment hereinkamen, hat er uns zwei Blondies ausgesucht und angefangen, über uns zu singen. Alle Augen auf uns, viel Gelächter, Leonie und ich verstanden vom Text nur die Hälfte, aber es war eine sehr lustige Situation:)

Meine schöne Arbeit

Schon wieder eine Arbeitswoche vorbei, die Zeit vergeht hier extrem schnell!
Ich mag Dance for All so gerne. Die Leute dort habe ich jetzt schon sehr lieb gewonnen und freue mich immer, wenn ich morgens ankomme und erstmal einen Plausch mit Simone von der Rezeption halte. Weiter gehts mit Hope, mit der ich auch bestimmt eine Viertelstunde quatsche. Wenn man dann allen Guten Morgen gesagt hat, einen Tee gemacht hat und seine E-Mails gecheckt hat, kann man mit der Arbeit beginnen.
Wie ich schon geschrieben habe, bin ich oft in der Garderobe, um Listen von den Kostümen in den Computer einzugeben oder gemeinsam mit Tania Kostüme zusammen zu stellen und aufzuräumen.
Tania ist eine sehr nette Person und eine geniale Schneiderin. Sie kann ganze Kleider und Anzüge machen und wirklich aaalles reparieren.
Oft helfe ich auch Simone bei Bürokram, gestern zum Beispiel haben wir die Programmhefte für die Stepping Out Tour gemacht. Ich habe außerdem eine neue, etwas größere Aufgabe bekommen: Ich suche deutsche Sponsoren/Stiftungen für Dance for All. Dafür habe ich eine Liste bekommen mit potenziellen Stiftungen, über die ich auf den deutschen Websites erst einmal Informationen sammle und dann herausfinde, ob sie spenden würden oder nicht. Da ich momentan die einzige bin, die Deutsch spricht, fühle ich mich dabei ziemlich nützlich ;)

Toll ist auch, dass ich jeden Tag beim Training mitmachen kann. Contemporary fällt mir nach wie vor sehr schwer, aber beim Ballett und Pilates kann ich mithalten und gebe mein Bestes. Der Unterricht ist nur viel strenger und anstrengender als ich ihn von zuhause kenne, was ja klar ist, da die Schüler hier zu professionellen Tänzern ausgebildet werden. Philip Boyd zum Beispiel verteilt gerne Kläpse, wenn das Bein nicht hoch genug ist, oder wirft einen geradezu durch die Luft, wenn man nicht weit genug springt.
Und nach dem Pilates kann ich mich regelmäßig auf Muskelkater in den Tiefen meiner Tiefenmuskulatur freuen..

Diese Woche war ich auch wieder in Khayelitsha. Diesmal hat Josephine den Kindern Unterricht gegeben. Sie kann das wirklich sehr gut, und ist auch von ihrer Tanzakademie in Holland dazu verpflichtet, hier eine bestimmte Anzahl von Stunden zu geben. Vermutlich werde ich also, bis sie im Dezember wieder fährt, keine eigene Klasse haben, sondern mit Josephine zusammen unterrichten. Das ist aber noch nicht festgelegt, vielleicht fahre ich auch in ein anderes Township als sie, mal sehen. Meine erste Ballettstunde ist aber schon geplant!


süße Kinder beim Zugucken

Entspannung am Ende..

Mittwoch, 18. September 2013

Alltag in Südafrika

Bisher habe ich noch gar nichts von den kleinen Dingen, den alltäglichen Herausforderungen und dem südafrikanischen Lebensstil hier erzählt.
Mein Tag hier beginnt damit, um kurz vor 8 aufzuwachen. Dann suche ich erstmal die Ohropax, die mir in der Nacht immer abhanden kommen, aber notwendig sind, da wir an einer Zugstation wohnen und die Züge auch nachts an unserem Fenster vorbei rauschen. Unser Fenster ist leider nicht ganz dicht, was bedeutet, dass auch der Wind herein zieht.
Dann dusche ich, wobei die Dusche ein wenig ausläuft und man nachher das Wasser auffangen muss.
Das Frühstück aber ist deutscher Standard. Auf meine Cornflakes mit Obst und Vollkornbrot mit Marmelade will ich nicht verzichten, auch wenn es hier super leckere Instant Oat Meals gibt (Haferbrei).
Bevor ich das Haus verlasse, ziehe ich mir mindestens drei Schichten Kleidung an, da das Wetter nach wie vor so ist wie im Winter (16 Grad, Regen, Wind). Dann laufe ich ca. 10 Minuten durch unsere schöne Nachbarschaft und nehme das nächste Minitaxi an der Hauptstraße.
Ich komme nie zur gleichen Zeit bei Dance for All an, manchmal brauche ich 5 Minuten, manchmal 20.
Generell ist es hier so, dass Pünktlichkeit nicht den gleichen Stellenwert hat wie in Deutschland. Pünktlich sein ist sehr deutsch, in Südafrika sind Zeitangaben nur Vorschläge. Genauso wie Ampeln den Straßenverkehr eher dekorieren als regeln.
Typisch südafrikanisch ist es einfach, dass kaum etwas richtig funktioniert, geregelt und eindeutig ist, aber trotzdem alles irgendwie läuft.
Abends kochen Leonie und ich meistens zusammen. Was wir bisher auf den 2 funktionierenden Herdplatten gezaubert haben, kann sich wirklich sehen lassen! Ob Rotis, Gemüsepfannen, Salate oder Spaghetti mit Chakalaka, alles schmeckt super. Das kann vielleicht an dem Curry-Knoblauch-Pulver liegen, das wir überall rein tun.
In Südafrika sind im Gegensatz zu Deutschland noch sehr viele Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe in Lebensmitteln erlaubt. Die zu vermeiden ist ziemlich schwierig, aber wir versuchen es, indem wir viel Frisches einkaufen und wöchentlich eine Gemüsekiste von Abalimi (einem anderen Projekt von Sage Net) bekommen.
Nach dem Kochen ist auch das Waschen nicht ganz einfach. Die Waschmaschinen sehen ganz anders aus als in Deutschland; man füllt die Kleidung von oben hinein und das Ganze wird sauber 'gerüttelt'. Wenn es denn sauber wird... Einen Trockner gibt es nicht und leider auch keine warme Luft, weshalb die Wäsche 2-3 Tage braucht, bis sie wirklich trocken ist.
Was mich aber eher stört, ist, dass wir keinen Fön haben. Ich war, glaube ich, auch deshalb die ganze Zeit erkältet.
Jetzt bin ich aber abgehärtet und mir geht es super!

Man gewöhnt sich an alles :)

Sonntag, 15. September 2013

Wir spielen Touri

Da wir alle von Sage Net ein Ticket für die 'Hop On Hop Off' Tour durch Kapstadt City bekommen haben, entschieden Leonie und ich uns am Samstag dafür, es jetzt mal zu nutzen und vor allem das gute Wetter auszunutzen, das im Moment selten ist.
Die Tour begann mitten in der Stadt. Wir bekamen coole rote Kopfhörer und konnten uns die Erklärungen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten anhören.


Es ging vorbei an den Company Gardens, am Parlament, an Blumenmärkten, am Rathaus, von dem aus Mandela seine erste Rede nach seiner Freilassung hielt, und vielen Plaetzen und schoenen Gebaeuden in der Innenstadt.
St. George's Cathedral -
Ort des Widerstands gegen die Apartheid mit dem ersten schwarzen Erzbischof Suedafrikas

Wir fuhren an den wichtigsten Museen entlang und nahmen uns fest vor, alle einmal zu besuchen.
Besonders interessant war der District Six, das Stadtteil, das zu Apartheidszeiten komplett ausgelöscht wurde. Bis in die 60er Jahre lebten hier Menschen aller Hautfarben und Herkünfte friedlich zusammen, bis die Regierung beschloss, das Weiße und Schwarze getrennt leben müssen, und das Viertel nieder gewalzt wurde. Bis heute wurden nur 15 % des Gebiets wieder bebaut. Die grossen, leeren Flaechen, die mit Gras bewachsen sind, sehen mitten in der Stadt sehr seltsam aus.
Auch ueber das Bo-Kaap haben wir viel erfahren. Es ist das Viertel der Muslime und Kapmalaien, die einst als Sklaven aus Indien nach Suedafrika kamen und angeblich ihre Haeuser kunterbunt angestrichen haben, weil ihre Arbeitskleidung so trist war.

Anschliessend sind wir mit unserem roten Bus bis zur Gondel gefahren, die auf die Spitze des Tafelbergs fuehrt. Leider hat eine grosse Wolke den Berg verhuellt, so dass wir nicht ganz rauf fahren konnten.
Aber der Ausblick von dort war auch schon atemberaubend!



Weiter ging es einmal um den Berg herum. Auf der anderen Seite liegen die schoenen Kuestenstaedtchen wie Camps Bay, Clifton und Bantry Bay. Hier, zwischen Bergen und Meer, wohnen die Reichen Kapstadts, und geniessen den traumhaften Ausblick von ihren Villen aus.



 Es ging dann weiter hoch nach Sea Point, wo es eine wunderschöne lange Promenade gibt, nach Green Point mit dem großen Stadion, und zur V&A Waterfront. Die Waterfront ist ein Vergnügungsviertel und Touristenmagnet, dort gibt es Souvenirmärkte und einen Food Market mit leckeren (teuren) Sachen, das Two Oceans Aquarium, ein riesiges Shoppingcenter, Bühnen und Kinos.
Leonie und ich kauften uns guten Käse (gibts nicht im Supermarkt) und saßen mit einem Frozen Yogurt in der Sonne, mit Blick auf den Hafen.
In der Mall waren wir natürlich auch, mussten aber feststellen, dass Zara & Co in Kapstadt sehr teuer sind. Ab jetzt wird nicht mehr bei den Ketten eingekauft!

Der lustige rote Bus hat uns am Ende des Tages zurück in die Stadt gebracht und von da aus sind wir dann zu Jakob und Stefan (zwei andere Freiwillige) gefahren und haben zusammen gekocht.
Da Samstag Abend war, haben wir uns später zu zwölft im Pancho's getroffen, weil die Margherita da so gut ist, und sind dann auf die Long Street gefahren. Zufällig saß der DJ der Zula Bar mit im Taxi, was ziemlich lustig war, da wir genau dorthin wollten. Es lief zwar Elektro und Dubstep lief (nicht immer mein Fall), aber es war wirklich ein super Abend!

Am Sonntag haben wir relaxt, da das Wetter nicht wirklich zu etwas anderem eingeladen hat. Abends haben wir uns dann zum Tatort gucken + Rotis essen verabredet.

Freitag, 13. September 2013

Long Street

Freitag ist Pilates Tag. Grant, der Witze machende Lehrer, hat auch dieses Mal nicht an Sarkasmus gespart. Seine Witze gingen meist auf die Kosten von Josefine und mir, den Whities.
Ich muss mich an seine Art noch gewöhnen, denn man muss wirklich sehr gut über sich selbst lachen können.
Man lernt aber sehr viel in seinen Stunden, über die Atmung, verschiedene Muskelgruppen und wie man sich gesund und richtig bewegt.
Danach habe ich Tania in der Garderobe geholfen, die Kostüme für die Stepping Out Tour zusammenzustellen. Während dieser Tour fahren die Kinder, die in Kapstadt unterrichtet werden, in die Dörfer, die abseits der Stadt liegen. Dort werden auch Kinder von Dance for All Lehrern unterrichtet.
Die Stadtkinder treten dann gemeinsam mit den Landkindern in verschiedenen Dörfern auf.
Dafür müssen natürlich ganz viele Kostüme entworfen und zusammen gepackt werden, was recht lange gedauert hat, da man ständig alles mit verschiedenen Listen abgleichen muss und dann noch den einen fehlenden Handschuh oder den fehlenden Gürtel suchen muss.
Schließlich waren wir soweit fertig und ich konnte mich am Nachmittag mit Leonie und Viola auf der Long Street, in der City, treffen. Ich bin direkt von Athlone aus mit dem Minitaxi gekommen, das jedoch nicht im Touristenzentrum gehalten hat, sondern etwas außerhalb. Ich wusste nicht wo ich war, und weit und breit sah ich nichts Vertrautes. Außerdem war ich die einzige Weiße, um mich herum viele Obdachlose.
Okay, dachte ich, vielleicht war das keine gute Idee.
Beim Vorbereitungsseminar haben wir gelernt: Wenn man sich verirrt, darf man niemals so aussehen, als hätte man sich verirrt. Also ging ich schnurstracks in irgendeine Richtung und fragte mich durch, bis ich irgendwann auf der Long Street gelandet bin.
Ich glaube aber, es ist ganz gut, solche Erfahrungen zu machen, um zu wissen, wie viel man sich zutrauen kann, wenn man alleine ist.
Auf der Long Street war es dann richtig cool. Viele individuelle Läden, afrikanische Sachen, Vintage Läden... Man kann hier auf jeden Fall sehr gut shoppen und wir haben sogar ein paar Schnäppchen gefunden. Ich habe mir ein Top für 6 Euro gekauft und Leonie sich einen Rock aus einer Boutique für wenig Geld, der vorher auf einer Modenschau war.
Außerdem gibt es schöne Cafés und Restaurants und natürlich Clubs, die man tagsüber aber kaum bemerkt.
In den Seitenstraßen der Long Street sind viele Marktstände, bei denen handgemachte Accesoires, Lebensmittel, Blumen und Souvenirs für wenig Geld angeboten werden.
Zurück fuhren wir mit dem Zug, der direkt nach Observatory fährt. Definitiv das schnellste und sicherste Verkehrsmittel, dafür etwas teurer.
Abends sind wir dann alle zusammen, nachdem wir keinen Tisch mehr im Pancho's bekommen haben und uns auch der Billardclub nicht zugesagt hat, ins Ganesh auf der Lower Mainroad gegangen und haben Savannah getrunken und Samoosas gegessen. Hallo Wochenende!

Donnerstag, 12. September 2013

Golf Day

Ich habe mich entschieden, morgens jetzt immer einen anderen Weg zu nehmen. Anstatt den kürzeren, aber gefährlicheren Weg zu nehmen, laufe ich nun 10 Minuten bis Mowbray und nehme von da aus das Minitaxi für 45 Cent. Von Observatory aus würde ich 65 Cent bis nach Athlone bezahlen. Man achtet ja auf sein Geld ;)
Der Weg führt durch eine schöne Wohngegend mit süß verzierten Häusern. Auch komme ich am Kiosk vorbei, bei dem man den Strom für die Wohnung kaufen kann.
 In Athlone angekommen, habe ich mich mit Philip Boyd und einer Mitarbeiterin getroffen. Zusammen sind wir nach Westlake (im Süden von Kapstadt) gefahren, wo der Golfplatz liegt, auf dem das Event stattfindet.
Dort waren auch schon Josefine und ein paar andere Mädchen von Dfa. Wir haben uns Bauchtanzkostüme angezogen und repräsentierten die Tanzschule. Ich persönlich fand die Kostüme eher unpassend, aber die Eventmanagerin fand sie entzückend und so mussten wir damit auf den Platz gehen, obwohl es ziemlich kalt war. Wir haben uns einfach heimlich Jacken mitgenommen.
Auf dem Platz sollten wir uns an verschiedenen Löchern positionieren und dort Gewinnspieltickets inkl. Shots verkaufen. Das lief recht gut, wir haben um die 40 Tickets/Shots verkauft. Gleichzeitig konnten wir den Golfern beim Spielen zusehen, uns in der Sonne bräunen und sehr viel quatschen. Wir waren nämlich insgesamt 5 Stunden auf dem Platz. Wir haben uns untereinander super verstanden, ich habe jetzt sozusagen schon 4 mehr Kapstädter Freundinnen ;)
Am Ende kam ein berühmter Rugby Spieler zu uns. Alle kannten ihn und wollten ein Foto mit ihm machen, ich hatte seinen Namen noch nie gehört. Irgendwas mit Burger.
Abends wurden wir halb erfroren dann nach Obs zurück gefahren.
Leonie und ich hatten die glorreiche Idee, selbst Rotis (Fladen mit Füllung) zu machen.
Wir haben Kürbis, Möhren, Tomaten und Zwiebeln zusammen mit Curry+Knoblauch angebraten und die Rotis mit Frischkäse bestrichen. Uuuunglaublich was wir da gezaubert haben, das perfekte Essen für einen gemütlichen Abend. Wir waren richtig stolz auf unser erstes gekochtes Essen in unserem neuen Zuhause.

Mittwoch, 11. September 2013

Contemporary, Goodie Bags & Milner Road

Nachdem wir am Dienstag Abend mit Pantomime, Gin Tonic, Chips und 'Wer bin ich' ausgiebig in Leonies Geburtstag reingefeiert haben, war sie auch schon 19 und unser Umzug vom Hostel in die Wohnung stand uns an diesem Tag bevor.
Zunächst ging es aber zur Arbeit. Am Mittwoch hat Josefine den Contemporary Unterricht geleitet, so dass er etwas anders war als sonst und ich auch mitgemacht habe.
Es stand Floor Work auf dem Programm, das heißt, wir haben geübt, uns auf dem Boden schnell und flüssig zu bewegen. Zuerst übten wir nur, uns durch den Raum zu rollen. Das hört sich jetzt nach Kinderspielchen an, war aber alles andere als leicht, wenn man nicht nach jedem Herumrollen auf dem Holzboden aufschlagen wollte. Später kamen Kombinationen dazu, bei denen man den Raum um sich herum nutzen musste und seine Arme und Beine fließen lassen musste.
Fazit: Contemporary ist nicht mein Ding.
Ich weiß, ich fange gerade erst an, aber es war trotzdem frustrierend, wenn man die anderen Mädels gesehen hat, die viel kleiner sind als ich und perfekt durch den Raum kugeln konnten. Mir tat nach einer Weile alles weh.
Die Choreographie am Ende hat Spaß gemacht, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich wirklich die Herausforderung annehmen soll, in Contemporary einzusteigen.
Nach der Stunde, von der die anderen begeistert waren, und auch ich sagen muss, dass Josefine eine super Lehrerin abgibt, ging es an die Vorbereitung für den Golf Day.
Der Golf Day ist ein Event, bei dem Spenden gesammelt werden, indem Golfer eine Startgebühr an Dfa bezahlen und am Ende Preise bekommen. Dazu bekommen sie kleine Geschenktaschen und können an verschiedenen anderen Wettbewerben teilnehmen.
Ich habe also die Geschenktüten (Goodie Bags) mit Flaschen, Büchern, Prospekten, Stiften und mehr gefüllt. Insgesamt waren es 60 Stück.
Nach getaner Arbeit packte ich meine Koffer im Hostel und los ging es in Richtung Zuhause in der Milner Road 6. Eigentlich ist unsere Straße nur 2 Minuten vom Hostel entfernt, doch wir benötigten ca. eine Viertelstunde mit unserem ganzen Gepäck.

Auf dem Weg
Der Tafelberg ragt stets über uns

 Endlich zuhause

Unser Zimmer ist groß, mit hohen Decken, einem Kamin mit Spiegel darüber, zwei Kleiderschränken, einem Tisch und drei großen Fenstern. Betten sind auch drin.
Insgesamt gefällt uns unsere Wohnung sehr gut, denn auch die Küche und das Badezimmer sind sehr schön. Ein Wohnzimmer haben wir im Moment noch nicht, aber es steht auf dem Plan, das Dach auszubauen. Mal sehen, ob sich da noch etwas tut, bevor wir wieder weg sind. Hier in Südafrika hält sich nämlich kaum jemand an Zeitpläne.
Am Abend feierten wir Leonies Geburtstag noch einmal mit ihrer Geburtstagstorte.

Dienstag, 10. September 2013

Khayelitsha

Nach dem morgendlichen Balletttraining und Arbeiten in der Garderobe ging es dann nachmittags ins Township. Josefine, eine Holländerin, die bei Dfa ein Praktikum macht, und ich durften mit Lorraine mitfahren, die die Kinder dort in einem Klassenraum unterrichtet.
Allein schon die Fahrt war unglaublich. Wir fuhren durch die wohlhabenderen Gegenden, waren dann aber auf einmal schon mitten drin im Township. Diesen Arm-Reich-Kontrast kann man in Kapstadt extrem spüren. Vorbei an Wellblechhütten, kleinen Lädchen mit selbst gemalten Schildern, Müll, Tieren und Kindern auf der Straße ging es bis zur Schule, die mitten in Khayelitsha liegt, dem größten und ärmsten Township Kapstadts.

Als wir ausstiegen, wurden Josefine und ich von allen Seiten angeschaut. Weiße sieht man in Khayelitsha sehr selten.
Die Kinder trafen nach und nach ein, alle hatten ihre graue Strumpfhose dabei, die sie von Dfa geschenkt bekommen hatten, da sie sonst keine Tanzkleidung haben.
Der Unterricht von Lorraine war sehr gut. Sie war streng, was man bei der Rasselbande auch sein muss, und die Kinder waren diszipliniert und eifrig dabei. Nach dem Aufwärmen begannen kleine Übungen, bis am Ende durch den ganzen Raum gesprungen wurde.


Begleitet wurde die Stunde nicht mit klassischer Musik, sondern mit einer Trommel.
Zuerst waren nur die Kinder da, die man auf den Fotos sieht, doch ein paar andere kamen einfach irgendwann dazu. Zwischendurch war der Raum sehr voll, dann auf einmal wieder leerer. Auch das Alter der Kinder war nicht festgelegt, es waren 3-jährige und 13-jährige dabei. Oft schauen viele Kinder durch das Fenster zu.
Die Ballettstunden im Township sind Teil des "Outreach Programme". Hier wurde der Grundstein für die Karrieren einiger jetzt erfolgreicher Tänzer gelegt.
Manche Kinder kommen regelmäßig, sind motiviert und dazu noch talentiert. Sie werden es vermutlich bis ins "Specialised Dance Programme" schaffen, bei dem Talente durch zusätzliche Stunden gefördert werden, und vielleicht auch bis ins "Bridging Programme", eine Art Vorbereitung auf das Leben als professioneller Tänzer.
Einige andere jedoch werden zur Straße zurückkehren, da sie nicht die nötige Ausdauer haben, oder in ihren Gangs bleiben und den Drogen verfallen, da es schwierig ist, aus dieser Welt auszubrechen.
Doch für tausende Kinder hat Dance for All schon eine neue Lebensperspektive geschaffen!

Montag, 9. September 2013

Auf der Arbeit

Am Montag ging es für mich dann das erste Mal alleine zu Dance for All.
Es war ziemlich aufregend, ganz alleine das Minitaxi zu nehmen und dann den Weg durch Athlone bis zum richtigen Gebäude zu finden. Es ging aber alles gut.
Blöd ist, dass ich krank geworden bin und mit verschnupfter Nase und Husten herumlaufe. Leider ist es schwierig, hier wieder gesund zu werden, weil man praktisch immer friert, wenn man nicht gerade im Bett liegt. Es sind zwar ca. 16 Grad, was mit Pullis und Jacken eigentlich auszuhalten ist, aber es gibt ja keine Heizungen und der Wind macht das Ganze auch nicht besser.
Zum Glück kommt bald der Sommer!
Da ich mich also nicht gut fühlte, habe ich bei der morgendlichen Klasse (montags: Contemporary) nur zugeguckt. Darüber war ich recht froh, denn schon während der Aufwärmübung stellte ich fest, dass die Leute auf einem sehr hohen Niveau modern tanzen und ich wahrscheinlich nicht wirklich mitgekommen wäre. Ich habe ja nie Modern Dance gelernt, und ein Einsteigerkurs ist das hier wirklich nicht...
Danach habe ich Tania in der Garderobe geholfen, aufzuräumen, Kleider aufzuhängen und Listen über die vorhandenen Kostüme in den Computer einzugeben.
Die Garderobe ist ein schöner Ort zum Arbeiten, da mir immer neue wunderschöne Kostüme begegnen.



Sonntag, 8. September 2013

Das erste Wochenende in Obs

Samstag

Am Samstag trafen wir uns vormittags im Sage Net Büro, wo wir uns über unsere Projekte ausgetauscht haben und unsere Mietverträge unterschrieben:

Um 13 Uhr begann die Rally.
Wir zogen in Gruppen los, um Fragen zu unserem Viertel zu beantworten. Für die meisten Fragen mussten wir Leute fragen, und haben so schon viele Kontakte geknüpft. Die Besitzer von Mimi und Obz Café kennen wir jetzt schon persönlich.
Auch für die Orientierung war die Rally gut, da wir auch auf die andere Seite von Observatory kamen und zum Beispiel herausfinden mussten, wo Sportevents stattfinden, wo der Golfclub ist oder wo die Sternwarte ist, die Observatory (= Observatorium) den Namen gab.
Nach 2 Stunden trafen wir uns wieder im Sage Net Büro und kürten den Gewinner. Unsere Gruppe lag leider auf dem zweiten Platz, da wir einen Bonuspunkt nicht bekommen haben. Sehr schade, denn der Preis war ein Surfbrett!
Da man hier aber schon für 7 Euro eine komplette Surfausrüstung ausleihen kann, braucht man nicht unbedingt ein eigenes Brett. Wir haben uns nämlich vorgenommen, surfen zu lernen :)

Am Samstag Abend gingen Leonie und ich ins Obz Café, wo ich einen Apple Pie Milkshake (Apfelkuchenmilchshake) probierte.
Später gingen wir zu der Abschiedsparty von unseren Vorgängern.
Die Party fand in einer Bar statt, die eine erhöhte Terasse hatte und einen Raum mit Sofas und einem DJ. Irgendwann war eine Rapshow, bei der jemand eine Art Abschiedsrap für unsere Vorgänger vorgetragen hat, und 'Auf Wiedersehen meine Freunde' auf seinem Rücken stehen hatte. Das war wirklich cool.


Erster Regentag

Für heute, Sonntag, haben wir uns eigentlich vorgenommen, an den Strand zu fahren. Doch das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir erst einmal ausgeschlafen haben und dann ins Honeybun Café gegangen sind. Nach einem Smoothie wollten wir aber auch noch etwas essen und sitzen deshalb gerade im Moment im Linko Restaurant und haben noch einmal Sushi bestellt.

Ich habe immer noch nicht realisiert, dass ich gerade in Südafrika bin.
Bisher ist es hier so toll, aber einen Alltag habe ich im Moment natürlich noch nicht und ich glaube, es dauert noch ein paar Wochen, bis ich wirklich angekommen bin.
Alles fühlt sich an wie ein langer, schöner Traum.