Das Wetter stimmte, es war Sonntag, wir hatten den ganzen Tag Zeit und wollten endlich einmal auf den Berg, den wir von unseren Zimmern aus jeden Tag sehen können.
auf dem Weg zur Arbeit
Devil's Peak ist neben dem Lion's Head und dem Signalhill ein "Nebenberg" des Tafelbergs und Teil des Nationalparks, also Naturschutzgebiet. Obwohl die Berge mitten in der Stadt liegen, darf man nicht auf/an ihnen bauen, so dass Kapstadt diese einmalige Kulisse bewahrt.Viola, Stefan, Jakob, Elena, Leonie und ich fuhren mit dem Minitaxi nach Rondebosch und gingen weiter zu Fuß zum Rhodes Memorial, wo der Aufstieg beginnen sollte. Cecil Rhodes, einstiger Premierminister der Kapkolonie, ließ sich hier sein eigenes Denkmal errichten. Schon an diesem Punkt hat man eine tolle Aussicht.
auf dem Weg zum Memorial
Viola, Leonie, Elena, Stefan, Jakob, Tina
über Kapstadt thronen
Rhodes Memorial
Es geht los! Wir wollen nach da oben!
Als wir dann unsere Wanderung starteten, wurde es aber immer einsamer auf unserem Pfad nach oben. Ab und zu kamen ein paar Leute herunter, aber niemand nahm unseren Weg hoch, der ziemlich steil und anstrengend war. Wir haben uns nichts weiter dabei gedacht und genossen erst einmal das atembeaubende Panorama und unser Mittagessen an unserem ersten Ziel, einem Steinhäuschen.
Nach der Pause fanden wir dann einen Pfad, der noch weiter hoch auf den Berg führte. Auch wenn wir schon bestimmt 500 Höhenmeter hinter uns hatten, packte uns der Ehrgeiz und wir kletterten weiter Richtung Spitze.
Klettern ist hier tatsächlich der richtige Ausdruck, denn nach einer Weile endete der Weg und wir mussten an Felswänden hochklettern - immer in der Hoffnung, dass wir irgendwann wieder auf einen erkennbaren Pfad kommen würden. Nach ein paar halsbrecherischen Aktionen gelangten wir zu einer Hütte, von der aus wir beinahe ganz Kapstadt sehen konnten. Die Schönheit der Natur hat uns da oben fast die Sprache verschlagen.
Da die Kletterei den Berg runter aber zu gefährlich gewesen wäre, mussten wir weiter gehen und beeilten uns nun ein bisschen, um nicht im Dunklen wieder nach Hause zu kommen.
Die Wanderung von diesem Punkt aus, auf ca. 1000 m Höhe, wurde ein wenig leichter. Zum Glück, denn Leonie, die gerade noch krank gewesen war, hatte fast keine Kraft mehr. Wir haben schon überlegt, wie man einen Helikopter zur Rettung ruft, als es schließlich bergab ging und wir das Gefühl hatten, auf dem richtigen Pfad gelandet zu sein.
Die ganze Zeit über konnten wir es kaum fassen, wie wunderschön Kapstadt ist und dass wir wirklich hier sind. Wir konnten unsere Wasserflaschen mit frischem Bergwasser auffüllen, als wir an einem kleinen Wasserfall vorbei kamen, und sahen wild wachsende Blumen, die zuhause im Blumengeschäft ein Vermögen kosten würden.
Der Weg wurde immer leichter zu gehen und wir folgten dem Pfad für ungefähr 2 Stunden, gefühlt 5, bis wir zwei Amerikanerinnen trafen, die uns das letzte Stück herunter führten und eine Abkürzung nach Mowbray kannten.
Wir waren ganz schön stolz, als wir den Berg von unten betrachteten, auf dem wir eben noch standen.
Bis auf ein paar Blasen, umgeknickte Füße und Sonnenbrand ist uns tatsächlich nichts passiert und ich hatte das Gefühl, den schönsten Tag bisher in Südafrika erlebt zu haben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen