Freitag, 6. September 2013

Die ersten Tage

Halloo ihr alle.
Jetzt habe ich endlich mal Internet und ein wenig Zeit zu schreiben.

Der Flug verging wie im Flug. Zuerst haben wir leckeres Abendessen bekommen, dann konnten wir ein bisschen schlafen. Ich habe es, glaube ich, geschafft, ein wenig zu doesen, denn ploetzlich war es schon 6 Uhr morgens und nur noch 2 Stunden waren uebrig.


In Kapstadt angekommen wurden wir von Birgit und Lena von Sage Net und Anja, Lenas dreijaehriger Tochter, abgeholt.
Dann ging es zunaechst ins Hostel, wo wir bis Mittwoch wohnen werden, weil die Generation Freiwilliger vor uns noch da ist und die Haeuser bewohnt, in die wir einziehen.

Nach einem Brunch konnten wir uns zum ersten Mal unser Stadtteil Observatory anschauen. "Obs" ist ein sehr gemischtes Viertel, was eher ungewoehnlich fuer Kapstadt ist. Hier leben viele Studenten und Kuenstler und Menschen aller Hautfarben zusammen.

Auf der Lower Mainroad gibt es tolle Restaurants, Bars, Pubs und Cafes und auch das Sage Net Buero befindet sich dort, wo wir uns für eine erste Besprechung getroffen haben.



Am Mittwoch Abend gab es Pizza im Hostel und wir lernten die alten Freiwilligen kennen, die uns viele Tipps gegeben haben.

Der erste Tag bei Dance for All
Am Donnerstag Morgen wurde ich von Leonie, meiner Vorgängerin, vom Hostel abgeholt und zusammen fuhren wir mit dem Minitaxi nach Athlone.
Das erste Mal Minitaxi fahren war sehr lustig. Die Kleinbusse werden immer möglichst vollgestopft, und die Fahrer schreien andauernd, wo sie hinfahren, und versuchen, Mitfahrer zu gewinnen. Oft gibt es dann Rennen zwischen den Minibussen, denn wer zuerst beim nächsten Stopp ist, bekommt die Leute und das Geld. Wenn man dann drin sitzt, gibt man dem Fahrer etwas Geld und sagt ihm, wo man hinwill. Afrikanische Musik ist voll aufgedreht und die Fenster sind immer offen, da man manchmal, zwischen den südafrikanischen Mamas, nicht so viel Luft bekommt.
In Athlone angekommen braucht man noch etwa 5 Minuten, bis man beim Hauptgebäude von Dance for All ist. Athlone ist eine Coloured Area. Das bedeutet, dass man dort als Weiße, noch dazu mit blonden Haaren, ziemlich auffällt.
Bei Dance for All habe ich direkt ganz viele Mitarbeiter und auch Schüler kennen gelernt. Ich war sehr froh darüber, wie nett ich begrüßt wurde, unter anderem von Philip Boyd, dem Gründer und Chef von Dance for All!. Das war so aufregend, ich kannte ihn ja schon aus vielen Filmen und hatte viel über ihn gelesen.
Dann die Überraschung: Die Ballettklasse um 10 Uhr, bei der ich direkt mitmachen wollte, wurde von Philip Boyd unterrichtet. Es war eine Klasse für die Jugendlichen des Bridging Programs, die professionelle Tänzer werden wollen.
Entsprechend nervös zog ich mich dann um. Zum Glück hatte ich ein schwarzes Trikot dabei, denn es gibt eine Kleiderordnung.
Als die Stunde dann anfing, hat es aber super viel Spaß gemacht. Die anderen waren natürlich sehr gut, aber dadurch wurde ich auch ziemlich motiviert, mich wirklich anzustrengen.
Die Übungen enthielten am Ende leider so viele Pirouetten und Sprünge, die ich zwar kannte, aber nicht wirklich beherrschte...Das war aber eher lustig als ein Problem. Die Atmosphäre in der Gruppe ist super.
Hier werde ich auf jeden Fall eine Menge dazu lernen.
Nach dem Training wurde mir alles gezeigt und ich wurde mit dem riesigen Kostümfundus bekannt gemacht.
Meine zukünftigen Arbeitsorte werden vermutlich die Garderobe, das Büro und der Tanzsaal sein.
Als Freiwillige ist man praktisch das Mädchen für alles. Ob Briefe/Flyer sortieren, Kostüme waschen/nähen, bei Events aushelfen oder Tanzunterricht für die Kleinen geben, alles ist dabei.
Ich kam an meinem ersten Tag aber erst einmal früh nach Hause.


Das Büro
 mein Arbeitsplan

 Die Garderobe


Die Lower Mainroad

Mit Leonie (meine Mitbewohnerin) ging ich dann auf die Lower Mainroad, wo sich das Leben von Obs hauptsächlich abspielt, und wir hatten Sushi zu Mittag.
Hier ist durch den günstigen Wechselkurs alles sehr billig im Vergleich zu Deutschland.
Danach gingen wir mit unseren Laptops zu Mimi, ein Café mit sehr leckeren Smoothies und mehr, wo wir ein paar von den anderen trafen.
Abends waren wir dann in einer großen Gruppe bei Ganesh essen, einem afrikanischen Restaurant, und probierten all die typisch südafrikanischen Gerichte. Ich hatte einen Roti mit Lammfleisch Füllung, dazu ein wenig Salat und Chakalaka. Für umgerechnet 5 Euro war das unglaublich, denn ich hatte selten so etwas Leckeres gegessen und wurde seehr satt.
Danach gingen wir in die Obz Bru Bar, wo wir den Abend mit ein paar Cider ausklingen ließen. Cider, Apfelwein mit Bier, ist hier ein sehr verbreitetes Getränk, und definitiv leckerer als das normale Bier.

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